Gebrauchtwagen - Änderung des Gewährleistungs-Rechts
Garantie mit Schlupflöchern

Sie haben einen Gebrauchtwagen gekauft, sind vom Hof des Händlers gefahren und hatten schon die erste Panne. Bisher hieß das: Pech gehabt, der Händler muss für den Schaden nicht zahlen. Seit Anfang des Jahres haben Sie bessere Karten - vorausgesetzt, Sie haben den Vertrag gründlich gelesen.

Seit dem Jahreswechsel müssen gewerbliche Händler Privatkunden ein Jahr Garantie auf Gebrauchtwagen gewähren. Schäden, die der Käufer erst nach Vertragsabschluss entdeckt, muss jetzt der Händler beseitigen - oder ein gleichwertiges Auto liefern. Wenn die Reparatur scheitert oder der Ersatzwagen ebenfalls Mängel hat, kann der Käufer den Preis nachträglich mindern. Bei erheblichen Fehlern kann er den Vertrag sogar lösen und gegebenenfalls Schadenersatz fordern.

Doch Vorsicht ist weiterhin geboten! Schließlich haftet der Händler nur, wenn das Auto nicht dem entspricht, was im Vertrag vereinbart wurde. Wer einen Vertrag unterschreibt, der explizit auf Schäden hinweist, kann diese nach dem Kauf nicht beanstanden. Wer ein Gebrauchten mit Gütesiegel kauft, wie es beispielsweise die Dekra oder der TÜV vergeben, sollte das im Hinterkopf behalten. Denn einerseits geben solche Prüfungen dem Käufer Gewissheit über den Zustand ihres Fahrzeuges. Doch die Mängel, die in den Prüfungsberichten aufgeführt und dem Vertrag beigefügt sind, sind von der Gewährleistung automatisch ausgeschlossen.

Auf keinen Fall sollte das Wort "Bastlerauto" im Vertrag vorkommen. Denn damit gilt das Fahrzeug quasi als Ersatzteillager. Die Chancen für Reklamationen stehen in dem Fall schlecht. Ein weiterer Trick, um sich aus der Pflicht zu stehlen: Der Verkäufer deklariert den Käufer im Vertrag als gewerblichen Kunden.

Auch ohne derlei kriminelle Praktiken sind Probleme möglich. So ist es laut ADAC bereits vorgekommen, dass Händler noch alte Verträge benutzen und sich dann weigern, für Schäden aufzukommen. Für den Käufer wird es dann mühsamer, sein Recht zu bekommen. Notfalls muss er sogar vor Gericht.

Der ADAC rät deshalb, beim Kauf die neue Regelung unbedingt anzusprechen und im Vertrag aufnehmen zu lassen. Denn "die Situation des Kunden ist jetzt ganz klar besser", ist ADAC-Sprecher Peter Hemschik überzeugt - nicht zuletzt deshalb, weil sie die Händler zwingt, besser über den Zustand ihrer Fahrzeuge zu informieren. Es werde aber einige Zeit dauern, bis die neue Gesetzeslage etabliert und umgesetzt sei.

Trotzdem gilt natürlich weiter: Wenn Sie sich ihren Gebrauchten schon vor der Vertragsunterzeichnung genau anschauen oder gegebenenfalls von ADAC oder TÜV überprüfen lassen und auf eine Probefahrt bestehen, können Sie von vornherein jede Menge Ärger vermeiden. Beim Verkauf von Privat an Privat gilt das sowieso. Dann da bleibt es weiter beim gewohnten Gewährleistungsausschluss. Der Käufer zahlt also in jedem Fall für unentdeckte Mängel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%