Gebühren weiter nicht kostendeckend
Telekom erhöht DSL-Preise deutlich

Die Deutsche Telekom versucht einer Entscheidung des Regulierers Matthias Kurth zuvorzukommen: Der Konzern will die Gebühren für den schnellen Internetzugang über DSL von sich aus anheben, um damit eine Preiserhöhung durch die Regulierungsbehörde zu verhindern. Die Telekom hat die neuen DSL-Preise am Dienstag bekannt geben.

slo DÜSSELDORF. Seit Anfang vergangenen Jahres streiten sich die Telekom, ihre Wettbewerber und die Regulierungsbehörde darüber, ob der Ex-Monopolist bei dem schnellen Internetanschluss T-DSL Dumping betreibt und sich auf diese Weise den Großteil der potenziellen Kunden sichert. Der Regulierer hatte die teilweise nicht kostendeckenden Telekom-Tarife ursprünglich genehmigt und damit Auflagen verbunden. Als der Konzern diese nicht erfüllte, kündigte Kurth an, das DSL-Verfahren erneut aufzurollen.

Die Telekom hat 2,2 Millionen Kunden für den Internet-Turbo DSL und damit einen Marktanteil im Privatkundenmarkt von mehr als 95 %. Konkurrenten wie der Festnetzanbieter Arcor kommen auf etwa 15 000 DSL-Kunden. Bei der QSC AG, die sich bisher auf Angebote für Geschäftskunden konzentriert, schätzen Analysten die Zahl der privaten DSL-Kunden auf 5 000. Schnelle Internetanschlüsse gelten als der letzte große Wachstumsmarkt im Festnetz.

Die Telekom hofft nun, dass der Regulierer seine Forderungen nach Preiserhöhungen aufgibt und damit die "weltweit führende Position Deutschlands in der Nutzung breitbandiger Internetanschlüsse nicht gefährdet", heißt es bei dem Bonner Konzern. Die Telekom will die Monatspreise für DSL-Anschlüsse um etwa 30 % erhöhen. Auch die einmaligen so genannten Bereitstellungsentgelte sollen auf rund 100 Euro bis Anfang 2003 verdoppelt werden. Zudem plant die Telekom niedrigere Preise für Ortsgespräche sowie höhere Anschlussgebühren. Insgesamt wird sich dadurch der Umsatz des Konzerns nach Analystenschätzungen um mehr als 150 Mill. Euro erhöhen.

Telekom-Regulierer Kurth nannte die geänderten DSL-Preise einen "Schritt in die richtige Richtung". Ob die von der Telekom vorgeschlagene Erhöhung ausreicht, um die Dumping-Vorwürfe auszuräumen, müsse nun geprüft werden.

Wettbewerber wie die QSC halten auch die neuen Preise der Telekom teilweise nach wie vor für nicht kostendeckend. "Die Erhöhung dürfte auch dem Regulierer nicht ausreichen, zieht man frühere Aussagen und Berechnungen der Behörde heran", sagt Christof Sommerberg, Regulierungsexperte bei QSC.

Analysten gehen davon aus, dass die Preiserhöhungen nichts an der dominanten Stellung der Telekom im DSL-Markt ändern werden. "Der Preis hilft den Wettbewerbern nicht viel", sagt Frank Rothauge von Sal. Oppenheim, "die meisten können keine Durststrecken überstehen." Denn die stehen den Unternehmen bevor, ehe sich die Investitionen in DSL auszahlten und eine genügend große Zahl von Kunden gewonnen sei.

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