Gebührenfestsetzung im Sortengeschäft
Frankfurter Banken weisen EU-Vorwurf der Preisabsprachen zurück

vwd FRANKFURT. Die DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank AG, Frankfurt, hat am Mittwoch bestritten, nach Beginn der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) 1999 an Preisabsprachen europäischer Banken bei Umtauschgebühren im Sortengeschäft beteiligt gewesen zu sein. Ein Sprecher der Bank, der den Eingang eines Schreibens der Wettbewerbsdirektion der Europäischen Kommission bestätigte, räumte am Montag im Gespräch mit vwd jedoch eine Beteiligung der Töchterunternehmen DVB Deutsche VerkehrsBank AG und ReiseBank AG, beide Frankfurt, ein. "In diesem Zusammenhang erklären wir uns auch, dass das Schreiben an uns gegangen ist, weil wir als Mutterinstitut der beiden Banken fungieren."

Die DG Bank gehe davon aus, dass die beiden Tochterinstitute eigenständig auf das Kommissionspapier reagieren, sagte der Sprecher weiter. Die DVB bestätigte auf Nachfrage lediglich den Eingang des Kommissionspapiers. "Wir nehmen das Ernst und prüfen das", sagte ein Sprecher der Bank. Auch die Commerzbank AG, Frankfurt, die das 80-seitige Kommissionsdokument ebenfalls erhielt, wies eine Beteiligung der Bank neben anderen deutschen Kreditinstituten an verbotenen Absprachen zur Festlegung von Umtauschgebühren für Eurowährungen zurück. "Wir haben uns auf keinen Fall an Preisabsprachen beteiligt", erklärte ein Commerzbank-Sprecher.

Es sei nicht nachzuvollziehen, wie die Kommission in Brüssel zu der Anschuldigung komme. Auf das seit Freitag vorliegende Kommissionspapier werde nach Prüfung angemessen geantwortet. Auch die Dresdner Bank distanzierte sich am Montag von den Vorwürfen. Das Institut habe bereits im vergangenen Jahr bei einer Befragung durch die Europäische Kommission eine Beteiligung an der Gebührenfestsetzung im Sortengeschäft unter mehreren Kreditinstituten zurückgewiesen. "Nach einer ersten oberflächlichen Durchsicht des Schreibens der Kommission sehen wir auch jetzt keinen Grund, von unserer früheren Stellungnahme abzuweichen", erklärte eine Sprecherin der "grünen" Bank.

Die Banken müssen zu dem Vorwurf des Verstoßes gegen das EU-Kartellrecht bis zum 3. November 2000 Stellung nehmen. Eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti erklärte unterdessen in Brüssel, einige der angeschriebenen Banken seien bei den Absprachen eher führend, andere eher Mitläufer.

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