Gedämpfte Stimmung
Keine Shows, keine Musik - der IAA-Motor läuft leise

Die Monitore sind erloschen, die Musik ist ausgestellt. An den Ständen des weltgrößten Automobilherstellers General Motors (GM) auf der IAA in Frankfurt herrscht am Tag nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA gedämpfte Stimmung.

dpa FRANKFURT. Ähnlich sieht es bei Daimler-Chrysler und Ford aus. "Wir verzichten auf alle Showelemente, ein Zurück zum "Business as normal" ist nicht möglich", sagte Daimler-Chrysler-Kommunikationschef Christoph Walther. An diesem Donnerstag wird weltweit bei Daimler-Chrysler für fünf Minuten die Arbeit ruhen und der Opfer des Anschlages gedacht.

GM-Chef Rick Wagoner richtete wie Vorstandschef Jürgen Schrempp von Daimler-Chrysler am Mittwoch eine Botschaft an die Mitarbeiter, vor allem in Nordamerika. "Wir haben über 100 000 Mitarbeiter in den USA, da ist die Betroffenheit sehr groß und unmittelbar," sagte Walther. Die Werke von Chrysler in der Region Detroit waren am Dienstag geschlossen worden, am Mittwoch sollte die Arbeit wieder aufgenommen werden. GM stellte den Beschäftigten frei, nach Hause zu gehen. Büros im World Trade Center in New York hatten beide Konzerne nicht, aber die anderen Räume in Manhattan mussten geräumt werden. Ob und wie Wagoner wieder in die USA geflogen ist - möglicherweise über das unmittelbar neben Detroit gelegene Kanada - wurde aus Sicherheitsgründen nicht gesagt. Schrempp war in Frankfurt.

Private Sorgen dominieren

Über die möglichen wirtschaftlichen Folgen für die deutschen Autoexporteure wird offiziell nicht gesprochen. "Darüber kann man gar nichts sagen", erklärte Walther. Ähnlich Porsche-Pressechef Anton Hunger: " Im Moment kann man dazu wirklich noch nichts sagen.". Porsche verkauft mehr als die Hälfte seiner Sportwagen in den USA. Über das Geschäft wurde an den Ständen der größten Automobilmesse tatsächlich kaum gesprochen. Private Sorgen dominierten.

Die vielen amerikanischen Journalisten und Aussteller hatten fieberhaft versucht, ihre Freund und Verwandten in den USA zu erreichen. Chrysler-Pressechef Ken Leavy freute sich, als seine Tochter ihn unversehrt aus New York anrief. Das in ein paar Tagen geplante Treffen in Zürich wird vorerst ausfallen. Die Flugzeuge müssen am Boden bleiben - auch die Jets der werkseigenen Daimler-Chrysler-Airline.

Halle 3 musste teilweise geräumt werden

"Faszination Auto" lautet das Motto der IAA, die am Donnerstag offiziell eröffnet werden sollte. Davon konnte am Tag nach den Anschlägen keine Rede mehr sein. Angst kam auch in Frankfurt auf, als am Mittwochmorgen die Halle 3 teilweise geräumt wurde. Doch es war offenbar kein Bombenalarm, wie es zunächst kolportiert wurde. Eine defekte Klimaanlage hatte zu rauchen begonnen, berichteten der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) und die Polizei. Die große Eröffnungsfeier der IAA am Donnerstag wurde ebenso abgesagt wie viele Pressekonferenzen am Mittwoch.

"Auch wenn es uns schwer fallen wird, unsere Gedanken wieder auf die Arbeit zu richten, werden wir nicht zulassen, dass Gewalt und Terror unser Leben bestimmen", hatte DaimlerChrysler-Chef Schrempp seinen Mitarbeitern geschrieben. In diesem Sinne wird die IAA in gedämpfter Stimmung und mit niedriger Drehzahl weitergehen

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