Gedämpfter Optimismus vor Weltcup-Auftakt
Hannawald bricht sein Schweigen

Der am Burn-out-Syndrom leidende Skisprungstar hat erstmals öffentlich über seine Lebenskrise gesprochen. Vor einem frostigen Neuanfang stehen nach dem heißen Herbst mit Trainerwechsel und Strukturdebatte beim Weltcup-Auftakt im klirrekalten Kuusamo aber auch seine ehemaligen Teamkameraden.

HB KUUSAMO/FRANKFURT. "Das Typische an dieser Krankheit ist diese Zukunftsangst. Wichtig ist für mich zu lernen, an das Hier und Jetzt und nicht ständig an die Zukunft zu denken", sagte der 30 Jahre alte Skispringer in einem Interview der "Bild"-Zeitung. Es gebe immer noch Tage, an denen er sich schlecht fühle. "Das ist so ein Gefühl, als würde sich der Magen umdrehen. Dazu kommt dann Lustlosigkeit", beschrieb der Hinterzartener seinen gesundheitlichen Zustand. Hannawald befindet sich seit seinem Zusammenbruch vor einem halben Jahr in ärztlicher Behandlung, die er noch ein- bis zwei Mal pro Woche in Anspruch nimmt. "Tabletten nehme ich keine, denn ich möchte wissen, wo ich persönlich stehe", erklärte der Sieger der Vierschanzentournee 2002 und zweimalige Skiflug-Weltmeister.

Auf die Schanzen wird Hannawald in diesem Winter nicht zurückkehren. "An Skispringen denke ich zur Zeit nicht. Wenn ich das Feuer wieder spüre, bin ich wieder da. Aber ich mache mir keinen Druck", sagte er. Seinen Fans will er sich erstmals wieder am Rande der Vierschanzentournee präsentieren. "Da möchte ich auf jeden Fall hin kommen", kündigte er an.

Unweit des Polarkreises startet indes das Team der verbliebenen DSV-Adler am Freitag unter der erstmaligen Regie von Peter Rohwein mit gedämpftem Optimismus in die Saison, die bei den Weltmeisterschaften im Februar in Oberstdorf mit mindestens einer Medaille gekrönt werden soll. "Der Weltcup ist wichtig, um Selbstvertrauen zu tanken. Aber wir sind ganz auf die Vierschanzentournee und die Heim-WM fokussiert. Dort wollen wir uns in Top-Form präsentieren", sagte Rohwein vor seinem Debüt als Bundestrainer. Der seit sechs Wochen im Amt befindliche Allgäuer schraubt die Erwartungen für die Flutlichtspringen im finnischen Norden daher nicht zu hoch. "Unser Anspruch ist es natürlich, immer vorne mitspringen zu wollen. Aber der eine oder andere ist bekannt dafür, dass er etwas länger braucht, um die richtige Form zu finden", sagte Rohwein.

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