Gedämpftes Umsatzwachstum erwartet
Spiriva-Einführung drückt Boehringer-Gewinne

Der Pharmahersteller Boehringer Ingelheim rechnet nach einem kräftigen Gewinnwachstum 2002 in diesem Jahr mit rückläufigen Ergebnissen.

Reuters FRANKFURT. Grund seien erwartete Kosten wegen der Markteinführung des Atemwegsmittels Spiriva in weiteren Ländern sowie die Prä-Marketing-Aktivitäten für die Medikamente Duloxetine und Tipranavir, erklärte Rolf Krebs, Chef des gemessen am Pharmaumsatz größten deutschen Arzneimittelherstellers am Dienstag. Das vergangene Jahr hatte das nicht börsengelistete Unternehmen mit einem kräftigen Umsatzwachstum von 13,2 % auf 7,6 Mrd. ? abgeschlossen. Das Betriebsergebnis wuchs um 10,4 % auf auf 1,1 Milliarde Euro. Unter dem Strich nahm der Gewinn um 34 % auf 537 Mill. ? zu.

Boehringer gehe für dieses Jahr von einem "gedämpften" Umsatzwachstum aus, hieß es weiter. "Konkrete Prognosen für 2003 sind allerdings äußerst schwierig, da der Währungskurs sowie gesamtwirtschaftliche und politische Risiken nicht einzuschätzen sind", erklärte Krebs. Das Unternehmen rechne aber damit, dass sich nach der aktuellen Investitionsphase ab 2004 der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre wieder fortsetzen werde.

Mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2002 zeigte sich Boehringer sehr zufrieden. "Wir sind, im dritten Jahr in Folge, kräftiger als der Markt gewachsen und haben damit unsere Position in vielen Ländern deutlich verbessern können", erklärte Krebs.

Höhepunkt in 2002 war für das im Familienbesitz befindliche Unternehmen die Markteinführung des Mittels Spiriva gegen Raucherlunge (COPD) in 13, vor allem europäischen Ländern. "Die ersten Umsatzzahlen übertrafen unsere Erwartungen teilweise überaus deutlich", betonte Krebs. Für dieses Jahr plant Boehringer die Markteinführung in weiteren 38 Ländern und rechnet daher mit einem Umsatzwachstum auf mehr als 200 Mill. ? bei Spiriva. In den USA soll das Mittel 2004 auf den Markt kommen. Analysten sprechen dem Medikament, das zusammen mit dem US-Konzern Pfizer vermarktet wird, ein Spitzenumsatzpotenzial im Jahr von mehr als einer Milliarde Dollar zu.

Um seine Produkte besser vermarkten zu können war Boehringer in den vergangenen Jahren eine Reihe von Kooperationen eingegangen. Neben Pfizer bei Spiriva arbeiteten die Ingelheimer etwa mit dem US-Konzern Eli Lilly bei dem Mittel Duloxetine gegen stressbedingte Inkontinenz und Depressionen zusammen. Mit Bayer und GlaxoSmithKline kooperiert Boehringer in Europa bei dem Blutdruckmittel Micardis.

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