Gedenkminute geplant
Ministerium sieht Start der IAA nicht gefährdet

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt wird aller Voraussicht nach am Donnerstag ungeachtet der Terroranschläge in den USA die Tore für das Publikum öffnen.

Reuters FRANKFURT. "Das Stattfinden der IAA ist nicht gefährdet", sagte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums am Mittwoch in Wiesbaden. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) als Veranstalter kündigte ebenfalls an, die IAA werde abgehalten, allerdings mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen. "Die IAA geht weiter", sagte ein Sprecher. Für Donnerstagmittag sind auf dem Messegelände zwei Gedenkminuten geplant. Zahlreiche Firmen sagten derweil ihre Pressekonferenzen und Präsentationen ab, vor dem Messegelände und auf der Kuppel der Festhalle wehten die Fahnen weiter auf Halbmast.

Verzicht auf Show-Einlagen

Es gebe keine Pläne, die IAA abzusagen, sagte der VDA-Sprecher weiter. "Es darf nicht geschehen, dass wir uns von terroristischen Kräften die Freiheit des Handelns nehmen lassen", teilte der Verband mit. An den ersten beiden Messetagen, die für Fachbesucher reserviert sind, verzichten die Hersteller nach Angaben des VDA nun auf Show-Einlagen bei der Präsentation ihrer Fahrzeuge. Am Donnerstag seien für 12.00 Uhr zudem zwei Gedenkminuten auf dem Messegelände geplant.

Traditionelle Eröffnungsfeier abgesagt

Nach den beiden ersten Messetagen für das Fachpublikum sollen am Samstag die Messetage für die breite Öffentlichkeit beginnen. Die traditionelle Eröffnungsfeier, an der am Donnerstag auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) teilnehmen sollte, blieb aber abgesagt. Bisher hatte der VDA etwa eine Million Besucher zur weltgrößten Automesse erwartet. Auf der diesjährigen IAA präsentieren die Hersteller die Rekordzahl von 57 Weltneuheiten. Seit Dienstag ist die große Branchenschau für die Presse geöffnet. Die meisten neuen Modelle - darunter die neue 7er-Reihe von BMW, der VW Polo oder der Ford Fiesta - wurden bereits am ersten Pressetag enthüllt.

Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

Der Sprecher von Hessens Innenminister Volker Bouffier (CDU) sagte, es gebe keine Hinweise, die eine Absage der IAA notwendig machten. Allerdings würden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Am Vorabend hatte Bouffier empfohlen, symbolträchtige Hochhäuser in Frankfurt einen Tag geschlossen zu halten. Sein Sprecher sagte, diese Empfehlung sei wegen der zunächst unübersichtlichen Lage nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das US-Verteidigungsministerium in Washington ausgesprochen worden. Die Lage sei auch am Mittwoch unübersichtlich geblieben.

So wurde beispielsweise der Frankfurter Messeturm am Rande des Messegeländes, der als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, am Vormittag nach einer Bombendrohung vorübergehend geräumt. Nachdem der interne Sicherheitsdienst das Gebäude geprüft hatte und die von Unbekannten angekündigte Zeit für die Explosion einer angeblich deponierten Bombe verstrichen war, gab die Polizei das Bürogebäude wieder frei. Dutzende Menschen, die sich trotz der Empfehlung des Innenministeriums im Messeturm aufgehalten hatten, kehrten an ihre Arbeitsplätze zurück.

Absage vieler Presseveranstaltungen

Derweil sagten weitere Aussteller ihre Presseveranstaltungen auf der IAA ab, gut die Hälfte der für Mittwoch angesetzten Pressekonferenzen entfiel dadurch. "Man kann jetzt doch fast nicht mehr über neue Autos oder Strategien sprechen", brachte ein Manager die Stimmung auf den Punkt. Unter anderem wurden die Pressekonferenzen der Autozulieferer Siemens VDO, Meritor und ZF Friedrichshafen gestrichen. Auch die Veranstaltungen des Reifenherstellers Continental, der Auto-Internet-Einkaufsplattform Covisint und der Volkswagen Bank wurden abgesagt. Der japanische Hersteller Honda verzichtete an seinem Messestand auf eine Präsentation.

Bereits am Vorabend hatte Daimler-Chrysler seine für Mittwoch geplante Pressekonferenz abgesagt. Insbesondere die Presseveranstaltung des Stuttgarter Konzerns war mit Spannung erwartet worden, da Firmenchef Jürgen Schrempp dort ursprünglich über die Lage bei dem deutsch-amerikanischen Automobilkonzern informieren wollte. Daimler-Chrysler leidet derzeit vor allem unter Verlusten seiner US-Tochter Chrysler und der US-Lkw-Sparte Freightliner. Auch bei der Pressekonferenz von Continental wäre der Andrang vermutlich groß gewesen, nachdem der Konzern am Vorabend überraschend die Trennung von seinem Vorstandschef Stephan Kessel bekannt gegeben hatte.

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