Gedränge auf dem Outsourcing-Markt - Fondsverwalter: Helaba Invest will zur Spitzengruppe aufsteigen

Gedränge auf dem Outsourcing-Markt - Fondsverwalter
Helaba Invest will zur Spitzengruppe aufsteigen

Uwe Trautmann von der Helaba Invest hat ein selten gewordenes Problem in diesen Tagen: Er sucht qualifizierte Mitarbeiter für seine Kapitalanlagegesellschaft (KAG). Der Sprecher der Geschäftsführung profitiert von den Kostenzwängen und damit vom zunehmenden Bedürfnis der Fondsbranche, Dienstleistungen außerhalb der Kernbereiche auszulagern.

FRANKFURT/M. Mit dem Konzept der so genannten Master-KAG will die Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen in der Branchenkrise wachsen. Dahinter verbirgt sich die zentralisierte Buchhaltung und Wertpapierabwicklung sowie die Erstellung eines einheitlichen Berichtswesens (Reporting) für instutionelle Anleger, die bisher meist mehrere Spezialfonds von unterschiedlichen Fondsgesellschaften managen lassen.

Den größten Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern sieht Trautmann dabei in der Technik, denn schon 1999 habe man massiv in die IT-Ausrüstung investiert, und zwar "einen unteren zweistelligen Millionenbetrag", sagte Trautmann dem Handelsblatt. Das soll sich jetzt auszahlen. Und das geht nur, wenn große Betreuungsvolumina gewonnen werden.

Die Helaba-Invest mit gegenwärtig 55 Mitarbeitern ruht auf drei Geschäftssäulen: dem klassischen Portfoliomanagement, den spezialisierten Investmentkonzepten und der Master-KAG. Zum 1. März betrug das zusammengefasste Wertpapiervolumen unter Verwaltung rund 11 Mrd. Euro in 170 Spezialfonds; Ende 2002 waren es nur 9,3 Mrd. Euro gewesen. "Spätestens 2007 wollen wir die Marke von 25 Mrd. Euro knacken", lautet Trautmanns Vision. Dann will er zu der Spitze von rund 15 KAG zählen, die nach einem beispiellosen Konzentrationsprozess von jetzt noch etwa 54 Adressen übrig blieben. Die Helaba Invest arbeite schon profitabel.

Momentan spielt die Helaba Invest noch nicht in der Spitzenliga ganz vorne mit. Trautmann, der 1995 von der Commerz Invest ins öffentlich-rechtliche Institut wechselte, schätzt seine Marktposition auf Rang zehn. Besondere Dynamik erwartet die Helaba Invest im Geschäftsfeld "Master-KAG", wo jetzt 4,5 Mrd. Euro betreut werden; zu den Kunden zählten auch drei Dax-Unternehmen. Da jeweils zahlreiche Vertragswerke zu ändern seien, könne die Helaba Invest derzeit im Durchschnitt ein großes Master-Mandat pro Quartal annehmen. Bis Ende April werde man rund 15 Master-Mandate betreuen.

Insgesamt können die Gesellschaften im Spezialfondsmarkt derzeit nur über Marktanteilsgewinne wachsen. Denn das Volumen des Spezialfondsmarktes sank laut Branchenverband BVI von Ende 2001 bis zum Ende des vergangenen Jahres um rund 4,5 % auf 470 Mrd. Euro. Trautmann erwartet, dass rund 30 % bis 50 % des Marktvolumens in den nächsten Jahren umgeschichtet werden - bei diesem Branchenkarussell wolle man zu den "aufnehmenden KAG" gehören.

Im Moment gibt es großes Gedränge auf dem Zukunftsmarkt der Master-KAG, wie die Wiesbadener Beratungsfirma Georg Seil Consulting GSC analysiert. Ein Dutzend Gesellschaften seien aktiv oder in den Startlöchern, darunter Activest, Commerz Invest, Deutsche Asset Management, Deka, DBI, Metzler, Universal Investment, ABN Amro, BHW-Invest oder WestAM. Fünf bis zehn Adressen werden sich laut der Studie langfristig halten. Eine der größten Hürden im Markt seien die Kosten für die IT-Aufrüstung. Die kritische Überlebensgröße siedelt GSC bei einem Fondsvermögen von 25 Mrd. bis 50 Mrd. Euro an.

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