Gedresste Zuschauer
Blauer Nachmittag auf japanisch

Für ein Fußballspiel lässt man schon einmal die Arbeit schleifen - auch in Japan.

Da staunen auch Japans Firmenbosse nicht schlecht. Fast jeder zweite in der Kanto-Region rund um Tokio saß am Freitagnachmittag vor den Bildschirmen, um sich das Spiel der japanischen Nationalmannschaft gegen Tunesien anzuschauen. "Eine ungewöhnlich hohe Zahl während des Tages", kommentierte die größte Nachrichtenagentur Kyodo die am Montag veröffentlichten Zahlen, denn das Spiel begann um 15.30 Uhr.

Wer am Freitag durch Tokios Innenstadtviertel schlenderte merkte den Grund sehr schnell. Vor den Fernsehern der Restaurants und Cafés, die das Spiel zeigten, häuften sich Männer und Frauen in Anzügen und Kostümen. "Ich schwänze, na klar", gestand einer der Zuschauer unverblümt und prostete seinen Kollegen zu. So schnell also verbreiten sich also Fußballsitten.

Während vor Beginn der WM in Japans Medien vornehmlich vor Hooligans gewarnt wurde, lassen sich Japans Zuschauer so langsam vom Fußballfieber erfassen. Wer sollte es ihnen verübeln. Selbst die Politiker wollten ihre Pressekonferenzen schnell abbrechen, um auch nichts zu versäumen. Einige Japaner jedoch haben der Versuchung wohl widerstanden und erst nach Feierabend eingeschaltet. Zum Ende des Spiels hin steigerte sich die Zuschauerzahl von gut 45 auf stolze 60 %. Man darf gespannt sein, ob die Fußballfans am Dienstag beim Spiel gegen die Türkei brav weiterarbeiten oder nicht.

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