Gefälschte Rechnungen
Arzt muß wegen Betrugs ins Gefängnis

Wegen Abrechnungsbetrugs in 1 300 Fällen soll ein ehemaliger Chefarzt drei Jahre ins Gefängnis und 300 000 Euro Strafe zahlen. Staatsanwaltschaft und der Verteidiger des Mediziners forderten vor dem Landgericht Regensburg am Mittwoch übereinstimmend diese Strafe für den 59-Jährigen.

HB/dpa REGENSBURG. Der Ex-Klinikchef soll jahrelang bei Privatpatienten unberechtigt Leistungen von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro abgerechnet haben. Der 59-Jährige erhielt zudem ein zweijähriges Berufsverbot. Der Mediziner hatte vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Der frühere Ärztliche Direktor einer Klinik im oberpfälzischen Kötzting hatte zwischen 1996 und 2000 rund 800 Privatpatienten gefälschte Honorarrechnungen zugeschickt. Dabei hatte der Orthopäde, der in Würzburg auch eine Praxis betreibt, in vielen Fällen nicht erbrachte Laboruntersuchungen abgerechnet. Teilweise rechnete er auch Leistungen für Zeiten ab, in denen er nicht im Krankenhaus war. Außerdem fälschte er Rechnungen unter dem Briefkopf seiner Oberärztin, um den Verdacht von sich zu lenken.

Den Anstoß zu den Ermittlungen hatte der frühere Regensburger Polizeipräsident Hermann Friker gegeben. Auch Friker hatte als Patient der Reha-Klinik eine gefälschte Rechnung erhalten. Der Ex- Polizeichef akzeptierte die Honorarforderung aber nicht und schaltete die Ärztekammer ein. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen den Verwaltungsleiter des Krankenhauses wegen Beihilfe.

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