Gefahr der Destabilisierung
Lamy gegen Absage von WTO-Konferenz in Katar

EU-Handelskommissar Pascal Lamy hat sich nochmals nachdrücklich dafür ausgesprochen, die Ende November in Katar geplante Welthandelskonferenz auch nach den Terroranschlägen in den USA nicht abzusagen.

Reuters BERLIN. Lamy sagte der Wochenzeitung "Die Zeit" nach Vorabbericht vom Mittwoch: "Wir bereiten uns weiter auf Katar vor." Ein solches Treffen, bei dem neue Regeln für den Welthandel beraten werden sollen, sei "genau das Signal, das wir in dieser Zeit brauchen". Derzeit gebe es auch keine Anzeichen, dass die Konferenz an einen anderen Ort verlegt werden könnte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank hatten ihre für Ende September geplante Jahrestagung in Washington abgesagt.

Lamy argumentierte, nach den Terroranschlägen in Washington und New York sei es noch wichtiger, dass die Industrieländer ihre Märkte für Import aus der Dritten Welt stärker öffnen. Besonders in den Ländern, in denen der Islam eine große Rolle spiele, bestehe die Gefahr einer Destabilisierung, sagte Lamy der Zeitung zufolge. "Dem müssen wir entgegenwirken, indem wir deutlich machen, dass wir ihre Probleme verstehen. Es gibt Momente, in denen wir unsere Hand ausstrecken müssen, um zu helfen", sagte Lamy. Er ließ jedoch offen, ob die Konferenz auch dann in Katar tagen könnte, wenn es zu einer Eskalation in Verbindung mit Gegenschlägen der USA kommen würde.

Nach der Absage der IWF/Weltbank-Konferenz ist derzeit noch offen, ob und wo das bei dieser Gelegenheit ebenfalls geplante Finanzministertreffen der sieben führenden Industrieländer (G7) zu Stande kommt.

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