Gefahr für Flughafen Düsseldorf
Chancen für LTU-Rettung stehen 50 zu 50

Die Aussichten auf Rettung der Charterfluggesellschaft LTU sind nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Ernst Schwanhold genauso groß wie das Risiko des Scheiterns. Die Chancen stünden fünfzig zu fünfzig, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend vor Journalisten in Düsseldorf.

vwd DÜSSELDORF. Um einen Investor für die LTU zu bekommen, müsse das Sanierungskonzept des Ferienfliegers unter Kostengesichtspunkten nachgebessert werden. Das "Zahlenmaterial" sei noch nicht dazu angetan, die "Phantasie" von Interessenten zu beflügeln. Deren Kreis sei "relativ begrenzt".

Mehrere Beteiligte sind nach den Worten des Ministers "sehr ernsthaft" auf der Suche nach Investoren und führten dazu Gespräche. Nötig sei ein neuer Gesellschafter, der auch Erfahrung im operativen Fluggeschäft mitbringe. Im Engagement eines Finanzinvestors sieht der Politiker keine Lösung. Voraussetzung für die Gewährung einer Landesbürgschaft von 200 Mill. bis 300 Mill. DM sei die "hinlängliche Sicherheit", dass ein Investor nachhaltiges Interesse am Fortbestand der LTU habe. Gesucht wird ein Anteileigner, der das 49,9-prozentige Paket der in Konkurs gegangenen Swissair übernimmt. Deren Ausfall hat die problematische Lage der LTU erheblich verschärft.

Das Überleben der defizitären Düsseldorfer Gesellschaft hängt entscheidend davon ab, wie lange das Luftfahrtbundesamt ihr noch die Fluglizenz gewährt. Für eine langfristige Genehmigung muss eine Fluglinie neben der Erfüllung von Sicherheitsanforderungen normalerweise Liquidität für ein Jahr nachweisen. Da dies in der gegenwärtigen Branchensituation praktisch keine Gesellschaft kann, hat das Amt einen Ermessensspielraum. Der Zeitraum sei jedoch begrenzt - es handele sich nicht noch um eine "Frage von mehreren Wochen", unterstrich Schwanhold.

Wirtschaftsminister befürchtet erheblichen Schaden für den Flughafen Düsseldorf

Sollte die LTU Lufttransport GmbH-Unternehmen nicht gerettet werden können, würde dies auch einen erheblichen Schaden für den Flughafen Düsseldorf bedeuten, warnte der Minister. Die LTU stehe für 20 % der Auslastung und der Einnahmen des Airport. Derzeit würden auf vielen Ebenen Gespräche geführt. Er selbst habe am Dienstag mehrere Stunden lang mit unterschiedlichen Partnern gesprochen. Spekulationen, es handele sich um Vertreter der Billigfluglinien Ryanair und Easyjet, könne er nicht bestätigen.

Auch der Kölner Handelskonzern Rewe AG - bislang hinter der Swissair mit 40 % zweitgrößter Gesellschafter der LTU - sei "in der jüngsten Zeit ernsthaft bemüht" um den Erhalt der Charterfluglinie. Auf Fragen nach der Rolle der Stadtsparkasse Düsseldorf, die neben Rewe und WestLB am Freitag an einem Krisengipfel unter Leitung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) teilgenommen hatte, sagte Schwanhold, er habe bislang von Seiten der Stadt wenig Engagement vernommen. Er gehe aber davon aus, dass deren Interesse "irgendwann" deutlicher erkennbar werde als bisher.

Gegen einen Wiedereinstieg der West LB bei der LTU sprächen kartellrechtliche Fragen, die nicht beseite geschoben werden könnten, betonte der Minister. Um einen Investor zu gewinnen, müsse man den Finanzbedarf der LTU in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahren sehr genau ermitteln. Anteileigner und Geschäftsführung arbeiteten daran. Die LTU müsse ihre Kostenstruktur günstiger gestalten, forderte Schwanhold. Bislang gestalte sich das Sanierungskonzept nicht so, dass jemand "viel Geld in die Hand nehmen" würde, um bei der LTU einzusteigen.

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