Gefahr weiterer Kursrutsche nicht gebannt
Dax schließt auf Tageshoch

Die Deutschen Aktien zeigten sich am Donnerstag sehr fest. Der DAX legte in sehr volatilem Geschäft um 1,7 Prozent bzw 95,83 Zähler auf 5.889,95 Punkte zu. Nach einem festen Start handelte der Dax im Minus, um dann gegen Mittag wieder in den positiven Bereich zu drehen.

vwd FRANKFURT. Nachdem die unteren Basispreise der Aktien getestet wurden, seien danach die oberen an der Reihe gewesen, erklärte ein Händler den kuriosen Verlauf der Börse vor dem Verfallstermin am Freitag. Die deutlichen Gewinne vom frühen Nachmittag sind danach wieder etwas dahingeschmolzen, bevor der Index zum Handelsende nochmals alle Kraft zusammen nahm und auf Tageshoch schloss.

Trotz der Erholung am Donnerstag ist nach Ansicht von Händlern die Gefahr eines erneuten Einbruchs beim DAX noch nicht gebannt. "Der Kursrutsch vom Mittwoch war eine direkte Folge von Verkäufen großer Adressen", so ein Marktteilnehmer. Wichtig sei nun, wie der Markt auf den Hexensabbat am Freitag reagieren werden.

Möglich sei aus technischer Sicht immer noch ein Rückschlag beim DAX bis auf 5.000 Punkte, hieß es. Der Markt sollte allerdings "fast sauber" sein und nach dem großen Verfall am Freitag könne er sich wieder nach oben aufmachen, so Beobachter.

Die Technologieaktien waren die großen Gewinner des Tages. Sie legten im Schnitt knapp zwei Prozent zu. Deutsche Telekom führten die Gewinnerseite an und legten 6,4 Prozent auf 26,70 Euro zu. Der Vorstandsvorsitzende Ron Sommer hatte zuvor angekündigt, dass sich das EBIT im Jahr 2001 signifikant verbessern werde.

Da die Umsatzwarnung von Nokia wie vom Markt erwartet ausgefallen war, hatte sie auf die Siemens-Familie wenig Auswirkungen. Nokia selbst stieg sogar um sieben Prozent. "Trotz des Umsatzrückgangs will das Unternehmen seine Gewinnziele erreichen. Im derzeitigen Umfeld ist das eine positive Nachricht", erklärte ein Händler. Siemens handelten 3,1 Prozent fester bei 119,07 Euro, Infineon stiegen um 2,4 Prozent auf glatt 40 Euro und Epcos um 3,3 Prozent auf 65,80 Euro.

SAP

zeigten sich hingegen mit einem Minus von 1,1 Prozent auf glatt 142 Euro, nachdem sie am Morgen noch mit 2,4 Prozent im Plus lagen. Händlern zufolge machten Gerüchte um eine angebliche Gewinnwarnung bei SAP die Runde und drückten auf die Kurse. Nachdem die Aktien deutlich im Plus eröffnet hatte, verloren sie im Verlauf von 148,45 Euro auf ein Tagestief von 137,75 Euro. Auch eine angebliche Herabstufung durch die Deutsche Bank machte Druck auf die Aktien, hieß es. Auch die Chemiewerte notierten im Plus. BASF legten trotz der am Mittwoch zurückgenommenen Prognosen für das erste Halbjahr 2001, die auf die schlechter laufende US-Wirtschaft zurückgeführt wurden, um 1,1 Prozent auf 47,34 Euro zu.

Bayer schließt nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden, Manfred Schneider, grundsätzlich die Trennung von Arbeitsgebieten nicht aus. Es sei vorstellbar, eines der Gebiete abzugeben oder in Kooperationen einzubringen, sagte Schneider am Donnerstag bei der Bilanzvorlage. Allerdings müsste dies im Interesse von Bayer sein und dazu beitragen, mehr Wachstum als im Alleingang zu erzielen. Bedingung sei auch, dass Bayer selbst "Zeitpunkt und Spielregeln" bestimme. Derzeit sehe man sich nicht unter Handlungsdruck. Bayer stiegen um 2,5 Prozent auf 50,20 Euro.

Die Zahlen von BMW werten Händler am Donnerstag zwar als recht gut, aber unter den Erwartungen. Problematisch sei zudem, dass der Konzern zuviel Geld mit Finanzdienstleistungen mache und zu wenig mit seinen Autos. Die Aktien verloren 0,7 Prozent auf 35,05 Euro.

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