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Gefangenenaustausch für "Shelter-Now"-Mitarbeiter?

Die afghanische Taliban-Regierung hat am Donnerstag Berichte zurückgewiesen, sie erwäge im Fall der inhaftierten Ausländer einen Gefangenenaustausch mit den USA.

rtr KABUL. Taliban-Außenminister Wakil Ahmad Muttawakil sagte in Kabul, die Taliban verhandelten nicht mit den USA über den Austausch des dort inhaftierten radikalen Moslems Scheich Omar Abdel-Rahman. Sie hätten bislang auch nicht einen Brief von Verwandten Scheich Omars erhalten, in dem diese den Austausch vorgeschlagen haben sollen. Aus islamistischen Kreisen außerhalb Afghanistans war verlautet, die Taliban könnten die acht ausländischen Hilfswerk-Mitarbeiter, darunter vier Deutsche, freilassen, wenn die USA Scheich Omar nach Afghanistan ausreisen ließen.

Den Kreisen zufolge sollen die Taliban bereits eine Reaktion auf den Vorschlag an die USA weitergeleitet haben. Scheich Omar wurde in den USA unter anderem wegen des Bombenanschlags 1995 auf das World Trade Center verurteilt. Er ist das geistliche Oberhaupt der radikalen ägyptischen Moslem-Organisation Gama's el Islamija (Islamische Gruppe).

Der Prozess gegen die Mitarbeiter der Hilfsorganisation Shelter Now International wurde am Donnerstag nach Angaben der Taliban fortgesetzt. Richter und Geistliche würden am dritten Tag in Folge den Fall prüfen, sagte Taliban-Justizchef Nur Mohammad Sakib Reuters. Die Entwicklungshelfer waren vor rund fünf Wochen wegen des Vorwurfs der christlichen Missionierung verhaftet worden. Am Mittwoch hatte Sakib gesagt, sie würden auf Grundlage des islamischen Rechts verurteilt, was auch die Todesstrafe bedeuten könne. Am Donnerstag traf der UNO-Gesandte für Afghanistan, Francesc Vendrell in Kabul ein, um mit den Taliban über den Fall der ausländischen und der mit ihnen verhafteten 16 afghanischen Hilfswerk-Mitarbeiter zu beraten.

Muttawakil kündigte unterdessen an, dass die bestehenden Regelungen für die Arbeit der UNO und von Hilfsorganisationen strikter angewandt werden sollen. Nach dem Beschluss des Ministerrats vom Mittwoch sollten jedoch keine neuen Auflagen erlassen werden. Muttawakil verwies darauf, dass die Hilfsorganisationen etwa nur Mitarbeiter beschäftigen dürften, deren Einstellung das Außenministerium gebilligt habe.

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