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Gefechte im Nordwesten Mazedoniens alarmieren die EU

Gefechte im Nordwesten Mazedoniens zwischen albanischen Freischärlern und der Armee haben die internationale Gemeinschaft alarmiert.

Reuters TETOVO. Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft forderte am Mittwoch alle Gruppen auf, ihre Forderungen in friedlicher Weise vorzubringen. Die Gefechte konzentrierten sich auf die Stadt Tetovo, in der vor allem Albaner leben. In der Umgebung der an der Grenze zum Kosovo liegenden Stadt hatten nach Angaben des Innenministeriums Freischärler zuvor zwei Polizeistreifen überfallen. Der Direktor des Krankenhauses in Tetovo sagte im Fernsehen, elf Polizisten und drei Zivilisten seien wegen Schussverletzungen behandelt worden.

In Tetovo versammelten sich mehrere tausend mazedonische Albaner, um für die Untergrundorganisation Nationale Befreiungsarmee zu demonstrieren. Sie kämpft nach eigener Darstellung für die Gleichstellung der Albaner mit den Mazedoniern. Die Albaner stellen fast ein Drittel der Bevölkerung und sind unter anderem mit der Demokratischen Partei in der Regierung in Skopje vertreten.

Rund 900 jugoslawische Soldaten rückten am Mittwoch an der Grenze zu Mazedonien in die Pufferzone zwischen der Provinz Kosovo und dem restlichen Bundesland Serbien ein. Gemäß einer Vereinbarung mit der NATO und nach einem Waffenstillstand mit den albanischen Rebellen im Presevo-Tal bezogen die Grenztruppen der Armee und Einheiten der serbischen paramilitärischen Polizei Stellungen innerhalb eines fünf mal fünf Kilometer großen Gebietes. Damit soll der Bewegungsraum der albanischen Extremisten eingeschränkt werden. Sie waren aus der Zone heraus nach Mazedonien eingesickert und hatten dort bereits früher die Sicherheitskräfte in Gefechte verwickelt. Die Pufferzone war nach dem Kosovo-Krieg 1999 als Puffer zwischen den serbischen Kräften und den NATO-Truppen errichtet worden.

Den am Montag vereinbarten Waffenstillstand hatten die albanischen Rebellen auf eine Woche befristet. Ein Kommandeur der Rebellengruppe UCPMB sagte am Mittwoch, mit der Rückkehr der jugoslawischen Armee und serbischen Polizei in die Pufferzone nehme die Gefahr erneuter Kämpfe zu. Die Gruppe dient nach eigener Darstellung dem Schutz der albanischen Bevölkerung des serbischen Presevo-Tals. Die jugoslawische Regierung wirft ihnen vor, einen Anschluss des Tals an den Kosovo und die Unabhängigkeit der Albaner-Region erreichen zu wollen. Die Provinz Kosovo wird seit dem Krieg von den Vereinten Nationen (UNO) verwaltet, gehört aber ebenso wie die Sicherheitszone zum jugoslawischen Bundesland Serbien. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 30 Menschen Opfer des serbisch-albanischen Konfliktes im Presevo-Tal.

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