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Gefechte in Falludscha gehen weiter

Iraks Übergangsministerpräsident Ijad Allawi hat nach Einnahme des größten Teils von Falludscha durch die US-Armee vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die Stadt den Einwohnern zurückgegeben werden könne, sagte Allawi am Montag im irakischen Fernsehen.

dpa BAGDAD. Iraks Übergangsministerpräsident Ijad Allawi hat nach Einnahme des größten Teils von Falludscha durch die US-Armee vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die Stadt den Einwohnern zurückgegeben werden könne, sagte Allawi am Montag im irakischen Fernsehen.

In der westirakischen Rebellenhochburg kam es zu neuen Gefechten zwischen US-Soldaten und den letzten noch Widerstand leistenden Aufständischen.

Seit Beginn der Offensive vor einer Woche sollen 38 US-Soldaten gefallen sein. Über die Zahl der irakischen Opfer gibt es bislang nur ungenaue Schätzungen. Ein Sprecher Allawis sprach von 1 200 getöteten und mehr als 400 verletzten Aufständischen. Unklar ist vor allem die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung. Nach Angaben eines Sprechers des US-Militärs durchsuchten Soldaten Moscheen und andere Gebäude nach Waffen. In einem ausgedehnten Tunnelsystem seien große Mengen Waffen, Munition sowie Flugabwehrraketen entdeckt worden.

Unterdessen weiteten die Aufständischen ihren Widerstand in anderen Landesteilen aus. Nördlich von Bagdad griffen sie am Montag gleichzeitig in mehreren Ortschaften an. In Bakuba, wo sich sich amerikanische Soldaten und irakische Sicherheitskräfte über Stunden hinweg heftige Gefechte mit den Rebellen lieferten, zählten Krankenhausärzte am Nachmittag acht tote Iraker und elf Verletzte.

In dem nahe gelegenen Kleinstadt Buhris übernahmen Aufständische am Morgen die Kontrolle auf den Straßen. Das berichteten Augenzeugen in der etwa 40 000 Einwohner zählenden Gemeinde, die seit längerer Zeit als Rebellenhochburg bekannt ist. Am Mittag hätten die Angreifer dann mehrere Mitarbeiter der Polizeiwache des Ortes freigelassen, die sie am Morgen besetzt hätten, hieß es. Gefechte wurden auch aus dem fünf Kilometer nordöstlich von Bakuba gelegenen Dorf Al-Sada gemeldet. Augenzeugen sahen zwei zerstörte Fahrzeuge des US-Militärs und erklärten: "Al-Sada ist jetzt von der Außenwelt abgeschnitten".

Im Al-Chabbas-Ölfeld nördlich von Kirkuk detonierten vier von insgesamt acht Sprengsätzen, die Aufständische dort angebracht hatten, und richteten erheblichen Schaden an. Wie die Spezialkräfte für den Schutz der Ölanlagen bekannt gaben, explodierte am Montag außerdem ein Sprengsatz an einer Öl-Pipeline, die Kirkuks Ölfelder mit der Raffinerie von Bedschi verbindet.

In Mossul, wo seit Tagen erbitterte Kämpfe toben, kam es am Montag nach Informationen des irakischen Fernsehens zu heftigen Kämpfen um eine Polizeistation. Unterdessen ließ eine Extremistengruppe zwei weibliche Verwandte Allawis frei, die in den ersten Tagen der Falludscha-Offensive entführt worden waren. Wie arabische Nachrichtensender berichteten, befindet sich Allawis Cousin, Ghazi Allawi (75), aber immer noch in der Gewalt der Geiselnehmer. Die Entführer hatten ein Ende der Falludscha-Offensive gefordert und mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht.

Der Sprecher der irakischen Wahlkommission, Farid Ajar, sagte in Bagdad, an dem Termin für die ersten Parlamentswahlen in der letzten Januarwoche sei nicht zu rütteln. Frühere Planungen, die vom 9. Januar als Wahltermin ausgegangen waren, seien hinfällig, da man für die Vorbereitungen mehr Zeit benötige.

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