Gefürchtetes Wahlchaos blieb weitgehend aus
Kerry räumt Niederlage offiziell ein

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry hat am Mittwoch offiziell seine Wahlniederlage eingeräumt.Vor tausenden Anhängern in Boston (Massachusetts) sagte der Senator, er hoffe, dass nach dem Ende des Wahlkampfes nun die "Phase des Heilens" im Land beginnen werde.

HB BOSTON/WASHINGTON. "Ich würde nicht aufgeben, wenn es noch eine Chance gäbe, diese Wahlschlacht zu gewinnen", sagte Kerry am Mittwoch in Boston. "Ich danke Ihnen aus tiefstem Herzen", fügte Kerry an die Adresse seiner Wahlkämpfer hinzu und kämpfte dabei mit den Tränen. Damit zog der Gegner von Amtsinhaber George W. Bush einen Schlussstrich unter die stundenlange Ungewissheit über den Wahlausgang. Bush wollte sich um 21.00 Uhr MEZ mit einer Siegesrede an die Nation wenden.

Angesichts der Stimmabgabe im Bundesstaat Ohio sei nun klar, dass er keine Chance mehr habe, die Wahl zu gewinnen, sagte Kerry in Boston. Es sei nun an der Zeit das Land wieder zu einen. Dafür sei wichtig, dass die Wahl von den Wählern und nicht durch Gerichte entschieden werde.

Nach Angaben der US-Fernsehsender hatte Kerry vor seiner Rede in Bosten den republikanischen Amtsinhaber George W. Bush angerufen und ihm zum Sieg gratuliert. Er sei dabei "sehr großmütig" gewesen, meldete der Sender CNN.

Um kurz nach 17.00 Uhr MEZ - mehr als zehn Stunden nach der Schließung der letzten Wahllokale - hatte Kerry im Weißen Haus angerufen, um Bush zum Sieg zu gratulieren. Bis dahin drohte eine wochenlange Hängepartie, da das offizielle Ergebnis in dem heiß umkämpften Bundesstaat Ohio noch ungewiss war. Allerdings räumten auch die Demokraten ein, dass trotz strittiger Stimmen Bush der Sieg kaum mehr zu nehmen war. Damit kam der republikanische Amtsinhaber auf die notwendigen 270 Wahlmännerstimmen. Auch bei den Kongresswahlen waren die Republikaner auf Erfolgskurs. Sie bauten ihre Führung im Repräsentantenhaus und im Senat aus.

Landesweit kam Bush auf 51 Prozent der Stimmen, Kerry auf 48 Prozent. Damit lag Bush mit mehr als 3,5 Millionen Stimmen vor dem Senator aus Massachusetts. Insgesamt stimmten rund 114 der 217 Millionen Wahlberechtigten ab, für die USA eine Rekordbeteiligung seit über 40 Jahren. Der unabhängige Kandidat Ralph Nader kam auf weniger als ein halbes Prozent der Stimmen. Entscheidend für den Wahlausgang sind die Wahlmännerstimmen aus den einzelnen Bundesstaaten. Ohne Ohio hatte Bush am Mittwoch 254, Kerry 252 Wahlmännerstimmen. Ohio bringt 20 Stimmen in das Wahlgremium ein.

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