Gegen 10 Händler und Winzer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet
Weinpanscherei mit Burgunder-Weinen entdeckt

afp DIJON. In Frankreich ist ein groß angelegter Betrug mit edlen Burgunder-Weinen aufgeflogen. Wegen des Verdachts auf Weinpanscherei wurde gegen zehn Händler und Winzer ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie die Polizei am Freitag im ostfranzösischen Dijon mitteilte. Offenbar wurden in der traditionsreichen Weinbauregion im Osten Frankreichs zehntausende Flaschen Burgunderweins mit einfachem Landwein vermischt und verkauft. Die Zumischung veränderte die Farbe und den Alkoholgehalt der ursprünglich hochwertigen Burgunderweine; betroffen waren laut Polizei nahezu alle großen Namen, unter ihnen "beaune premier cru", "pommard premier cru", "volnay" und "gevrey-chambertin".

Wein wurde außerdem falsch etikettiert

Außerdem wiesen die Weinpanscher nach Angaben der Ermittler gewöhnliche Burgunderweine als "grand cru" aus, eine Auszeichnung, die nur für die besten Weine eines Jahrgangs reserviert ist. Schließlich seien sie so weit gegangen, alten Wein, der nur noch zur Essigherstellung taugte, mit gutem Wein zu mischen und ihn als Tafelwein zu verkaufen. In Verdacht gerieten nach Informationen der Regionalzeitung "Le Bien public" unter anderen das Handelshaus Sedivip mit Sitz in Beaune sowie die Unternehmen SBE, Manoir de la Bressandière, Goichot und Léglise.

Bereits im vergangenen Jahr waren in Frankreich Händler wegen Betrügereien mit Burgunderweinen verurteilt worden. Im März 1999 erhielt ein Weinhändler aus Beaune eine dreijährige Gefängnisstrafe, weil er seine Weine mit Wasser oder auch mit dem Alkohol Glycerin gepanscht hatte.

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