Gegen Aufhebung von Hausarrest gegen Pinochet
Proteste in Chile

afp SANTIAGO DE CHILE. Mehr als 2000 Menschen haben in Santiago de Chile gegen die Aufhebung des Hausarrests gegen Ex-Diktator Augusto Pinochet protestiert. Die Demonstranten zogen am Montag (Ortszeit) friedlich über die Hauptverkehrsstraße der chilenischen Hauptstadt bis zum Präsidentenpalast. Auf Spruchbändern forderten sie eine Verurteilung Pinochets wegen zahlreicher Menschenrechtsverletzungen während seiner Diktatur von 1973 bis 1990. Sie warfen Präsident Ricardo Lagos vor, im Fall des 85-Jährigen einen "Mörder" zu verteidigen. Zuvor hatte das Berufungsgericht überraschend den Hausarrest gegen Pinochet im Zusammenhang mit der "Karawane des Todes" aufgehoben.

Ermittlungsrichter Juan Guzmán hatte am 1. Dezember Haftbefehl gegen den früheren Militärmachthaber erlassen und zugleich Hausarrest angeordnet. Gegen beide Maßnahmen hatten Pinochets Anwälte Rechtsmittel eingelegt. Guzmán wirft dem 85-Jährigen vor, "geistiger Urheber" von mehr als 70 Morden im Rahmen der "Karawane des Todes" im Oktober 1973 zu sein. Damals, einen Monat nach dem Pinochet-Putsch gegen den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, waren den Ermittlungen zufolge Sondereinsatzkommandos unter der Führung von etwa einem Dutzend ranghoher Militärs durch das ganze Land gezogen und hatten mehr als 70 Oppositionelle systematisch hingerichtet.

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