Gegen Befehl gehandelt
Soldaten starben womöglich aus Leichtsinn

Der tödliche Unfall der Bundeswehr-Soldaten in Kabul ist nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung auf leichtsinniges Verhalten zurückzuführen.

rtr BERLIN. Zu der Raketen-Explosion mit zwei deutschen und drei dänischen Todesopfern sei es offenbar deshalb gekommen, weil die Soldaten die Rakete gegen ausdrücklichen Befehl entschärfen wollten, anstatt sie zu sprengen, berichtete die Zeitung in der Donnerstagausgabe unter Berufung auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Demnach sollte die Hülle der Rakete sowjetischer Bauart als Andenken mit nach Deutschland genommen werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, ein erster Bericht der Ermittler sei Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat zugegangen. Über den Inhalt seien am Dienstagabend vertraulich die Obleute des Bundestags-Verteidigungsausschusses informiert worden. Angaben zum Ermittlungsstand wollte der Sprecher nicht machen.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hatte am Dienstag erklärt, sie gehe nach ersten vorläufigen Prüfungen davon aus, dass Sicherheitsvorschriften verletzt worden seien. Dies habe zu einem Fehlverhalten der Beteiligten geführt, in deren Folge es zu der Explosion gekommen sei. Die Staatsanwaltschaft ist zuständig, weil der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam geführt wird. Nach Angaben der Behörde ermittelt in der Sache auch die Staatsanwaltschaft Lüneburg gegen einen Bundeswehr-Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg erwartet die Unterlagen zu dem Ermittlungsverfahren erst im Laufe dieser Woche. Bis zum Donnerstagmorgen waren nach Angaben eines Behördensprechers noch keine Akten eingegangen. Die Potsdamer Ermittler hätten das Verfahren abgegeben, da der betreffende Soldat am Bundeswehr-Standort im niedersächsischen Munster stationiert sei.

Anfang März waren bei dem Sprengunfall zwei deutsche und drei dänische Soldaten ums Leben gekommen, nachdem es bei den Vorbereitungen zur Sprengung von zwei Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-3 zu einer Explosion gekommen war. Acht Soldaten wurden verletzt.

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