Gegen den Widerstand der Telekom
Mobilfunkfusion in Malysia beschlossen

Die geplante Fusion zwischen den beiden führenden malaysischen Mobilfunkfirmen ist gegen den Widerstand der Deutschen Telekom am Donnerstag von einer Mehrheit der Aktionäre gebilligt worden.

Reuters KUALA LUMPUR. "Die Mehrheit stimmte der Fusion zu", teilte ein Sprecher von Celcom, dem zweitgrößten Mobilfunkbetreiber in dem südostasiatischen Land, mit. Die Deutsche Telekom, die noch rund acht Prozent an Celcom hält, hatte vor der Abstimmung ihre ablehnende Haltung zu der anstehenden Fusion mit der Mobilfunksparte von Telekom Malaysia bekräftigt.

Der angebotene Übernahmepreis "spiegelt nicht den wahren Wert und das enorme Potenzial der restrukturierten und börsennotierten Celcom wider", teilte der Bonner Konzern in Kuala Lumpur mit. Die Deutsche Telekom werde die Angelegenheit weiter vom Internationalen Schiedsgericht in Paris untersuchen lassen.

Die Telekom hatte wiederholt betont, sich nicht für den angebotenen Preis von 2,75 Ringgit pro Aktie von ihrem Minderheitsanteil an Celcom trennen zu wollen. Statt dessen besteht sie auf einer Abfindung in Höhe von sieben Ringgit pro Aktie, was einer Gesamtsumme von rund 272 Millionen Euro entspräche. Die Offerte von Telekom Malaysia beläuft sich hingegen auf rund 107 Millionen Euro. Telekom Malaysia ist der größte Festnetz- und Mobilfunkanbieter des Landes. An der Börse in Kuala Lumpur schlossen die Celcom-Aktien am Donnerstag mit einem moderaten Aufschlag von 1,1 Prozent bei 2,67 Ringgit.

Die Celcom-Anteile hatte die Telekom 1996 für neun Ringgit je Aktie erworben. Den Wert dieser Beteiligung wurde jedoch wie die übrigen südostasiatischen Engagements im Zuge der Asien-Krise Ende der 80er Jahre weitgehend abgeschrieben. Die Celcom-Beteiligung hatte die Deutsche Telekom bereits deutlich reduziert, da der Bonner Konzern sich im vergangenen Jahr an einer Kapitalerhöhung nicht beteiligt hatte.

Mitte Mai vergangenen Jahres hat die Telekom ihre Minderheitsbeteiligung an dem indonesischen Mobilfunkbetreiber Satelindo für umgerechnet 361 Millionen Euro in bar veräußert. Ursprünglich hatte die Telekom den Satelindo-Anteil für rund 644 Millionen Euro gekauft. Zum Verkauf steht auch noch eine Minderheitsbeteiligung an Globe Telecom, dem zweitgrößten Mobilfunkunternehmen auf den Philippinen. Der Marktwert dieser Beteiligung wird von Analysten auf rund 350 Millionen Euro geschätzt. Durch den Verkauf der profitablen und wachstumsstarken Mobilfunkbeteiligungen will die Deutsche Telekom ihre Schulden von zuletzt 61,1 Milliarden Euro senken.

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