Gegen die Schweiz geht es um alles
DEB-Team hofft auf schnelle Genesung

Jochen Hecht kam beim Zählen der Gegentore durcheinander, Jan Benda war stinksauer, und Hans Zach wirkte zum ersten Mal ratlos: Nach der höchsten WM-Niederlage seit sechs Jahren war die Stimmung bei der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Nullpunkt.

HB PRAG. Der Trainer forderte Aufarbeitung, doch die Spieler flüchteten sich in kollektive Verdrängung: Nach der 1:6-Pleite gegen Weltmeister Kanada benötigt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft schnellstens die richtige Therapie, um den erneuten Einzug in das WM-Viertelfinale nicht doch noch zu gefährden. Am Dienstag (16.15 Uhr/live im WM-Ticker von Handelsblatt.com) reicht gegen die Schweiz dafür ein Unentschieden.

Bundestrainer Zach, der die bitterste WM-Pleite seiner Amtszeit erlebte, wusste gar nicht, wie er die enttäuschende Vorstellung seiner Mannschaft einschätzen sollte. "Resigniert hat sie nicht, aber aufgesteckt", meinte der Bad Tölzer und fügte nach kurzer Bedenkzeit an: "Eigentlich ist das ja das Gleiche."

Nach dem katastrophalen ersten Drittel und einem 0:3-Rückstand war Zach in der Kabine laut geworden, wie NHL-Profi Hecht berichtete: "Aber das ist normal, wenn man vier Tore in einem Drittel kriegt." Ähnlich durcheinander wie der Stürmer der Buffalo Sabres beim Zählen der Gegentreffer waren seine Kollegen auf dem Eis. Bei der höchsten WM-Niederlage gegen Kanada seit 15 Jahren (2:8 in Stockholm) leistete sich die deutsche Mannschaft einen Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. Keine Spur von taktischer Disziplin, Zweikampfstärke oder Kampfgeist - die Tugenden der vergangenen Jahre hatte das Zach-Team urplötzlich in der Kabine gelassen.

"Wenn wir etwas erreichen wollen, können wir uns so etwas nicht erlauben", kommentierte Verteidiger Jan Benda die Blamage mit Blick auf den weiteren WM-Verlauf. An einen ähnlich schwachen Auftritt bei einer Weltmeisterschaft konnte sich der 32-Jährige nicht erinnern. Zeit für eine ausschweifende Aufarbeitung bleibe jedoch nicht: "Wenn man da alle Fehler analysieren will, sitzen wir am Ende der WM immer noch da." Das Beste sei, den Sonntagabend einfach zu vergessen.

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