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Gegen die Uhr

Pünktlichkeit prägt das Image und die Qualität von Mensch und Maschine.

Gute Manieren sind ihm seit Kindesbeinen geläufig. Doch andere Länder, andere Sitten: Als Asfa Wossen- Asserate vor Jahren aus der afrikanischen Heimat nach Deutschland übersiedelte, da musste er sich erst an "die eigentümliche Zahmheit des gesellschaftlichen Lebens in Europa" gewöhnen. Und an ein anderes Zeitverständnis - an mitteleuropäische Vorstellungen von Pünktlichkeit.

In diesem Punkt hat sich der äthiopische Prinz längst assimiliert. In seinem Beststeller, der die "Manieren" der Deutschen zwar durch die Augen "des Fremden, der blieb" sieht, argumentiert Asserate beim Thema zeitlicher Präzision denn fast schon preußisch-kühl: "Unpünktlichkeit ist nicht nur unhöflich, sie ist ein Anschlag auf fremdes oder eigenes Vermögen."

Was für den Prinzen noch ein moralischer Vorwurf an den zu spät Gekommenen sein mag, wird für Reisende zum Ärgernis: Zug weg, Flug verpasst, Termin geplatzt. Für jedes Verkehrsunternehmen muss Pünktlichkeit mehr sein als Höflichkeit - sie ist Imagefaktor, Qualitätsfaktor, Wettbewerbsargument.

Heinz Dürr, einst Chef der Deutschen Bahn mit Sinn für positive öffentliche Wirkungen, kreierte seinerzeit die "Aktion Zeigersprung": Alle Züge sollten sich just in jener Sekunde in Bewegung setzen, wenn der Zeiger der Uhr auf die fahrplanmäßige Abfahrtzeit springt. Und wie zum Nachdruck erhielten alle Bahnmitarbeiter eine Armbanduhr mit dem typischen Zifferblatt der Bahnhofsuhr.

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