Gegen die USA war kein Kraut gewachsen: Deutsche Eishockey-Frauen mit Fehlstart

Gegen die USA war kein Kraut gewachsen
Deutsche Eishockey-Frauen mit Fehlstart

Das Urteil nach der Olympia-Premiere fiel eindeutig aus: "Shit happens. Goalie ist trotzdem der beste Job der Welt", erklärte Stephanie Wartosch-Kürten mit einem Funkeln in den Augen - trotz der kostenlosen Lehrstunde gegen das Team USA. Die deutschen Eishockeyspielerinnen ließen sich allerdings auch durch die 0:10-Niederlage gegen den Olympiasieger und großen Favoriten nicht entmutigen.

HB/sid SALT LAKE CITY. "Finnland und China sind die Gegner, die für uns zählen. Das Turnier fängt ja jetzt erst an", meinte die Torhüterin aus Kornwestheim.

Sechs Tore kassierte die etatmäßige deutsche Nummer eins, bevor Cheftrainer Rainer Nittel sie erlöste und in der 30. Minute aus dem Kasten nahm. "Ich war nicht sauer. Das war schon in Ordnung, denn wenn man sechs Stück bekommt, geht einem das schon auf die Nerven", gab Wartosch-Kürten zu. Dabei hatte sich die 23 Jahre alte Mormonin in der Haupstadt ihres Glaubens besonders viel vorgenommen: "Wir haben ganz gut angefangen, sind dann aber eingebrochen."

Schließlich sind die Voraussetzungen für Frauen-Eishockey in Deutschland und Nordamerika nicht miteinander zu vergleichen. "In einer einfachen Zahl lässt sich der deutliche Rückstand ausdrücken. Bei uns spielen etwa 2000 Mädchen Eishockey, in den USA sind es knapp 50.000", erläuterte Nittel. Der Trainer ärgerte sich weniger über das Ergebnis, als vielmehr über das undisziplinierte Spiel seines Teams in der Defensive: "Da haben wir über längere Zeit nicht unser Potenzial abgerufen. Doch ansonsten ziehe ich ein absolut positives Fazit."

Denn das Erlebnis vor 8500 Zuschauern im ausverkauften E-Center und Mill. vor den Fernsehschirmen in Deutschland und aller Welt zu spielen, war für das DEB-Team etwas ganz Besonderes. "Wahnsinn. So war es noch nie. Ich habe sie nur noch schreien hören", meinte Stürmerin Nina Lanzl. Zudem wunderten sich die DEB-Girls über die einheimischen Medienvertreter. "Einer hat mich gefragt, wie viel Geld wir kriegen. Geld? Wir sind froh, dass wir die Ausrüstung bekommen, habe ich geantwortet", sagte Verteidigerin Sabine Rückauer, Schwester von Keeperin Wartosch-Kürten.

Begeistert zeigte sich das deutsche Team vom Erlebnis Olympia. "Jetzt würde ich noch gerne ein paar Spieler aus der NHL treffen. Aber nachlaufen werde ich denen nicht. Obwohl - Wayne Gretzky wäre schon toll", sagte Stürmerin Michaela Lanzl aus Germering. Doch zunächst gehört die volle Konzentration der DEB-Girls dem Spiel gegen Finnland am Donnerstag (11.00 OZ/19.00 MEZ).

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