Gegen Konjunkturprogramme
Bundesbankpräsident Welteke rechnet mit Stagnation

Nach den Terroranschlägen sei in Deutschland nicht mehr mit einem deutlichen Wachstum zu rechnen.

dpa FRANKFURT/MAIN. Bundesbankpräsident Ernst Welteke rechnet für 2001 nicht mehr mit einem nennenswerten Wirtschaftswachstum. Nach den Terroranschlägen in den USA sei für die Bundesrepublik im laufenden Jahr nur eine Zunahme des realen Bruttoinlandsproduktes von weniger als 0,8 % zu erwarten. Dennoch bestehe für Europa keine Gefahr, in eine breite Rezession zu rutschen, sagte Welteke am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

Für den deutschen Notenbank-Chef besteht sogar «vorsichtiger Optimismus», dass sich 2002 die Wachstumskräfte wieder durchsetzen. Als positive Faktoren nannte Welteke die Preisstabilität, hohe Wettbewerbsfähigkeit und niedrige Zinsen. «Die Fundamentaldaten in Euroland stimmen.» Das zu erwartende Wachstum im Euroraum dürfte aber allenfalls zwei Prozent betragen.

Der Bundesbankpräsident sprach sich strikt gegen staatlich finanzierte Konjunkturprogramme aus. Angesichts des Bevölkerungsaufbaus müsse der Kurs der Schuldenreduzierung auf alle Fälle fortgesetzt werden, damit die Politik wieder Handlungsspielraum zurückgewinnt. «Steuern senken, die Staatsverschuldung abbauen und gleichzeitig Ausgabenprogramme finanzieren, das hat bislang noch kein Finanzminister fertig gebracht», betonte Welteke.

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