Gegen Moli um alles oder nichts
Großer Druck für „kleinen“ Klitschko

Der "kleine" Klitschko steht unter großem Druck. Ex-Weltmeister Wladimir muss seinen ersten Kampf nach dem WM-Desaster vom März am Samstagabend (23.00 Uhr/ZDF) bei der "Box-Nacht der Giganten" in München unbedingt und unumstritten gewinnen, um auf der Karriereleiter wieder ein paar Sprossen hinaufzuklettern.

HB/dpa SCHWERIN. Nur wenn Klitschko gewinnt, kann er sich Chancen auf ein Rematch gegen WBO-Weltmeister Corrie Sanders (Südafrika) ausrechnen, gegen den er seinen Titel nach einem spektakulären K.o. in der zweiten Runde sensationell verloren hatte.

Die körperlichen Wunden sind längst verheilt, und auch seelisch sei alles wieder im Lot, versicherte der 27-jährige Ukrainer. Zur Genesung habe auch eine "Kur" in Franz Beckenbauers Stammlokal beigetragen. Klitschko bereitete sich beim "Stanglwirt" in Going am Wilden Kaiser in Tirol auf den wohl wichtigsten Kampf seiner Laufbahn vor. "Das war ein idealer Ort, weil ich dort die absolute Ruhe hatte, die ich gesucht habe", meinte der Olympiasieger von 1996. Universum hatte für ihn die komplette Logistik mit Hochring, Sandsäcken, Trainer, Betreuern und diversen Sparringspartnern auf die Alm "karren" lassen.

Der immense Aufwand soll nicht umsonst gewesen sein. Klitschko meldete sich für seinen 43. Kampf (40 Siege) topfit und siegeshungrig zurück. "Ich bin ganz ungeduldig und warte auf den Samstag wie auf eine Geburtstags-Party", schilderte der Sonnyboy aufgekratzt wie lange nicht mehr seinen Gemütszustand. Das freut auch Trainer Fritz Sdunek. "Wladimir ist mental stark genug. Er hat gezeigt, dass er voll da ist", bestätigte der Meistermacher. Vitali Klitschko hat ohnehin nie Zweifel an der Klasse seines jüngeren Bruders gehabt: "Ich habe die ganze Vorbereitung mitverfolgt. Ich weiß, wie gut mein Bruder ist."

Wenn Vitali da mal nicht wieder falsch liegt. Auch vor dem Sanders-Desaster hatte der frühere Schwergewichts-Weltmeister nur über den Zeitpunkt von Wladimirs Sieg spekuliert und sich dabei fatal vertan. Eine Wiederholung will der Klitschko-Clan unter allen Umständen verhindern, denn Wladimir weiß um die schwerwiegenden Folgen. "Dann habe ich nichts mehr im Sport zu suchen. Das wäre natürlich eine große Schande", bekannte der promovierte Faustkämpfer.

Die Sorge erscheint wie schon in Hannover allerdings gering, denn für den Kontrahenten aus Südamerika ist der Trip auf den alten Kontinent eher ein willkommener Betriebsausflug, nachdem er alle seine bisherigen 33 Kämpfe (29 Siege) in seinem Heimatland bestritten hat. "Wladimir Klitschko ist ein besonderer Gegner. Er ist ein "Monster"", erklärte der 32-jährige Argentinier. Das blieb allerdings sein einziger verbaler Hieb in Richtung Klitschko-Kinn. Die Box-Nacht in der Olympiahalle hält ein Novum bereit. Die Schwergewichtler Stefan Köber (Frankfurt/Oder) und Dieter Roth (Frankenthal) werden den ersten Amateur-Kampf im Rahmen einer Profi- Boxveranstaltung in Deutschland bestreiten. Beide zählen zu den größten deutschen Nachwuchs-Hoffnungen.

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