Gegen Österreich soll sich Team anders präsentieren
Rudi Völler: „Günter Netzer braucht keine Angst zu haben“

Der DFB-Teamchef will die Niederlage in Wales nicht überbewerten. Es gebe keine Grund in Panik zu verfallen. Vielmehr zieht Völler auch aus der Niederlage positive Schlüsse.

Frage: Günter Netzer hat nach dem Spiel vor einem Millionen- Publikum sehr harte Worte gefunden. Er sprach davon, die Mannschaft hätte Sie im Stich gelassen. Sie müssten aufpassen, sich nicht zu sehr vor die Mannschaft zu stellen, um am Ende nicht selbst auf der Strecke zu bleiben. Was sagen Sie dazu?"

Völler: "Der Günter braucht keine Angst zu haben, auch wenn ich mich nach vielen Spielen vor die Mannschaft gestellt habe und das auch jetzt tue. Das sind keine normalen Länderspiele, das sind Spiele in der Vorbereitung. Da muss ich den einen oder anderen Spieler testen, der in einem normalen Länderspiel nicht dabei gewesen wäre."

Frage: Das klingt so, als wenn Sie nicht besonders enttäuscht wären?

Völler: "Ich war in der Halbzeitpause enttäuscht. Das Wort Freundschaftsspiel ist in der ersten Hälfte zu sehr strapaziert worden. Ich muss den Vorwurf machen, die Waliser auf die leichte Schulter genommen zu haben. Es reicht nicht nur eine gute letzte Viertelstunde, um hier bestehen zu können. Die Niederlage ist verdient. Aber was zählt, ist nur die WM. Grundsätzlich ist es keine Schande, hier zu verlieren. Vor einigen Monaten hat Argentinien hier 1:1 gespielt."

Frage: Was stimmt Sie im Hinblick auf die WM zuversichtlich?

Völler: "Ich bin natürlich kein Träumer. Aber bei der ganzen Konstellation mit angeschlagenen und fehlenden Spielern sowie den diversen Endspielen wussten alle, dass es nicht funktionieren würde in diesen Spielen. Und wenn es dann so kommt, wird schwarz gemalt. Schwarzmalerei könnte ich verstehen, wenn sich drei Leverkusener im Champions-League-Finale verletzen würden. Das wäre dramatisch."

Frage: Sie hatten vor dem Spiel die Hoffnung geäußert, sich in Wales der WM-Formation anzunähern. Gab es personelle Fingerzeige, zum Beispiel bei Christian Ziege, der sein Comeback feierte, oder bei Sebastian Deisler?

Völler: "Man muss auch aus so einer Niederlage positive Schlüsse ziehen. Für Sebastian Deisler war es ein Schritt nach vorne. Seine Leistung war besser als gegen Kuwait. Ich war zufrieden. Aber man hat gesehen: Wenn drei oder vier Spieler in der Mannschaft stehen, die nicht hundertprozentig fit sind, wird es auch gegen einen solchen Gegner schwer. Das war natürlich auch nicht der Christian Ziege, den wir aus den Spielen vor der Verletzung kennen. Wir dürfen nur nicht in Panik verfallen, den Fehler haben wir schon öfter gemacht. Gegen Österreich müssen wir uns anders präsentieren."

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