Gegen Rückenschmerzen hilft ein Stehpult
Fit mit Fluter

Wellness einmal anders: Bewegung im Büro verschafft gestressten Managern Luft und verändert ihren Alltag.

Jürgen Busch war der typische Workaholic. Nichts zählte für den Manager der Gerresheimer Glas AG in Düsseldorf mehr als die Arbeit. Stress war für ihn kein Problem: Mit Rauchen und Kaffee bekämpfte er die Unbill des beruflichen Alltags.

Dann der Schock. "Zwei Tage nach meinem 43. Geburtstag knallte es", erinnert er sich. Herzinfarkt. Busch hatte Glück. Er überlebte - dieses Mal. Beim nächsten Mal würde er wahrscheinlich nicht so viel Glück haben, sagten die Ärzte. Doch Busch setzte nicht auf Glück. Der Manager krempelte seinen beruflichen und privaten Alltag völlig um - aus dem Workaholic wurde ein Wellness-Fan.

Ein nächstes Mal hat es bisher nicht gegeben. Elf Jahre nach dem Herzinfarkt wirkt der viel beschäftigte Manager, der unter anderem für das Personalcontrolling beim Glasproduzenten zuständig ist, kerngesund und entspannt. Der schlanke Mann mit der randlosen Brille sieht zehn Jahre jünger aus als seine 53 Jahre.

Wie stellte er das an? Busch revolutionierte seine Umgebung. Aus dem nüchternen Büro mit kaltem Neonlicht machte er eine Wellness- oase: Ein Deckenfluter taucht das Büro in warmes Licht. Orangenaroma entfaltet seinen Duft. Computerbildschirme werden zu Meereslandschaften, sobald der Bildschirmschoner einsetzt. "Damit Leben ins Büro kommt", hat Busch den schwarzen Schreibtisch und die Besuchertische schräg gestellt

.

Neu ist auch ein Bild an der Wand, auf dem Sonnenlicht auf eine Baumallee fällt. Irgendwie sei es schön bei ihm, sagen Buschs Kollegen. Das dürfte nicht zuletzt auch an den zwei Meter großen Pflanzen liegen, die er vors Fenster gestellt hat. Auch eine Umfrage der Unternehmensberatung Kienbaum bestätigt ihn: Nichts ist Nachwuchsmanagern bei einem Arbeitsplatz wichtiger als viele Pflanzen.

"Grün mindert den Stress, erhöht die Konzentration und schluckt Staub, Schall und Schadstoffe", sagt Lutz Hertel, Psychologe und Chef des Deutschen Wellness Verbandes in Düsseldorf. Dass Grün und andere Wellnessattribute am Arbeitsplatz kein überflüssiger Luxus sind, macht eine Studie der IAS-Stiftung in Karlsruhe deutlich: 85 Prozent der deutschen Manager leiden an stressbedingten vegetativen Beschwerden. Drei Viertel der 6 000 befragten Führungskräfte haben Fettstoffwechselstörungen, und 73 Prozent klagen über Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden.

Um sich durch das viele Sitzen nicht den Rücken zu ruinieren, hat Busch ein verstellbares Stehpult gekauft. "Mindestens eine Stunde am Tag arbeite ich im Stehen", sagt der Manager. Dank eines Headsets kann er beim Telefonieren umherlaufen. Busch macht es richtig. Denn Gesundheitsexperten raten: Büroarbeiter sollten so oft wie möglich ihre Sitzhaltung verändern. Es gilt: Bewegen so viel wie möglich! Fax und Drucker sollten in einiger Entfernung vom Schreibtisch stehen. Und statt zu telefonieren, kann man einfach beim Kollegen vorbeigehen.

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