Gehälter nihct pünktlich gezahlt
Vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Refugium Holding

Gegen den angeschlagenen Altenheim Refugium Holding AG-Betreiber (Königswinter) ist am Dienstag ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Das teilte das Amtsgericht Bonn mit. Der Antrag sei von einem Gläubiger wegen Mietforderungen in Millionenhöhe gestellt worden, sagte ein Sprecher des Gerichts.

dpa BONN. Das vorläufige Insolvenzverfahren richte sich nicht gegen die einzelnen Betreibergesellschaften der Alten- und Pflegeheime, sondern gegen die Holding. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter sei der Kölner Rechtsanwalt Andreas Ringstmeier bestellt worden. Zum Gläubiger wurden keine näheren Angaben gemacht.

Das börsennotierte Unternehmen steckt seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten. Zu Jahresbeginn beschlossene Kapitalmaßnahmen konnten wegen Anfechtungsklagen zweier Kleinaktionäre nicht umgesetzt werden. Danach sollte die Pro Seniore AG (Saarbrücken) über eine Sacheinlage mit 52 %, die Gold AG-Zack (Mettmann) mittels Bareinlage mit 20 % an Refugium beteiligt werden.

Zwischenzeitlich hatte die Pro Seniore die Zusammenarbeit auf Eis gelegt und die Gold-Zack Pako Immobilien AG-Tochter Pachtverträge für 27 von Refugium betriebene Heime gekündigt. Refugium sowie auch der Aufsichtsrats-Chef der Gold AG, -Zack Dietrich Walther, wollten zum aktuellen Stand keine Stellungnahme abgeben.

Am vergangenen Donnerstag war ein Refugium-Heim im rheinischen Elsdorf geschlossen worden. Als Grund nannte die zuständige Heimaufsicht des Erftkreises fehlendes Fachpersonal. Die Senioren konnten zunächst in dem Haus bleiben und werden von zusätzlichem Pflegepersonal betreut. Refugium betreibt bundesweit 57 Senioreneinrichtungen mit 6000 Betten und hat 3800 Mitarbeiter.

Refugium hatte eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Monaten Gehälter nicht pünktlich zahlen können. Das Unternehmen führte in den vergangenen Wochen Gespräche mit potenziellen Partnern, darunter der Marseille-Kliniken AG (Hamburg).

Wegen des Verdachts der Bilanzfälschung müssen sich derzeit vier einstige Refugium-Vorstände vor dem Landgericht Bonn verantworten. Refugium hatte sie auf mehr als 12 Mill. DM (23,4 Mio Euro) Schadensersatz verklagt. Zudem ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen den Chef der Gontard & Metallbank, Lothar DM, wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit Refugium-Aktien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%