Geheimbericht für den Bundestag
Neue Diskussion um Telekom-Immobilien

Angeblich zweifelt der Bundesrechnungshof an der Bilanz der Telekom. Die Aktie rauschte noch weiter in die Tiefe.

dpa FRANKFURT/MAIN/BONN. Die Hiobsbotschaften für die gebeutelten Telekom-Aktionäre reißen nicht ab. Die T-Aktie fiel am Donnerstag auf ein neues Allzeittief von 9,51 ?. Das Papier erholte sich zwar am Nachmittag leicht. Mit einem Kursrückgang um 3,14 % auf 9,55 ? verbilligte sich die T-Aktie aber stärker als der Durchschnitt der Dax-Titel. Die T-Aktie war am Freitag der vergangenen Woche erstmals unter die Marke von 10 ? gefallen. "Wer damals gedacht hat, das Schlimmste sei ausgestanden, wird, heute eines Besseren belehrt", sagte einer der Aktienhändler an der Börse in Frankfurt.

Einem Zeitungsbericht zufolge zweifelt der Bundesrechnungshof an der Bilanz der Deutschen Telekom AG. Das gehe aus einem Geheimbericht an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, hatte zuvor die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag berichtet. Die Kritik entzünde sich dabei erneut an der Bewertung der Telekom-Immobilien. Schon vor einem Jahren gab es heftigen Streit um Bewertungsfragen.

Im vergangenes Jahr habe die Telekom zwar den Wert ihrer Grundstücke um fast 2,5 Mrd. ? nach unten korrigiert, nicht jedoch den ihrer Gebäude, hätten die Bundes-Finanzkontrolle kritisiert. Im Ergebnis sei die gesamte Vermögensbewertung falsch, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Der Bundesrechnungshof fordere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) auf, für eine erneute Korrektur der Immobilienbewertung zu sorgen. Ein Telekom-Sprecher betonte dagegen, Gutachter hätten wiederholt bestätigt, dass die Bewertung der Immobilien in Ordnung gewesen sei.

Aktionärsschützer werfen dem Telekom-Vorstand vor, den Auftrag für eine erneute Prüfung der Immobilienbewertung nicht weit genug gefasst zu haben. "Wir erleben immer wieder dieselbe Diskussion", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung Wertpapierbesitz, Jella Benner-Heinacher. Es sei offensichtlich trotz Gutachten nicht gelungen, endgültig Klarheit in der Immobiliendebatte zu schaffen. Der Verkauf von France-Telecom-Aktien durch die Deutsche Telekom sei zu einem schlechten Zeitpunkt erfolgt, kritisierte Benner- Heinacher mit Blick auf den Aktienkurs bei der France Telecom. Das Bonner Unternehmen hatte am Vortag ein großes Aktienpaket für etwa 300 Mill. ? verkauft. Der Telekom-Sprecher betonte, es habe Haltefristen gegeben. Das Geld werde zum Schuldenabbau eingesetzt.

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