Geheimdienst-Operationen
Hintergrund: Bisherige Anschläge der CIA auf ausländische Politiker

US-Präsident George W. Bush hat nach Informationen der "Washington Post" dem US-Geheimdienst Central Intelligence Agency (CIA) den Befehl gegeben, den internationalen Terroristenchef Osama bin Laden zu töten. Damit ändert sich offenbar das zuerst von Präsident Jimmy Carter 1978 verhängte Verbot, ausländische Politiker gezielt zu töten.

dpa HAMBURG. Alle Präsidenten haben seitdem Anweisungen unterzeichnet, die dem 1947 gegründeten Geheimdienst die Beteiligung an politischen Morden verbieten. Nach der Interpretation des Weißen Hauses schließt dies allerdings keine Kommandoaktionen in Kriegszeiten oder zur Selbstverteidigung ein.

In der Vergangenheit soll die CIA mehrmals in Anschläge auf ausländische Politiker verwickelt gewesen sein:

1955 soll die CIA für den Absturz eine Flugzeugs verantwortlich gewesen sein, in dem der chinesische Ministerpräsident Tschou En-Lai saß. Dieser überlebte den Anschlag.

1959 wirkte die CIA an einem Anschlag auf den kambodschanischen Prinzen Sihanouk mit, der in letzter Minute vereitelt wurde.

1960 versuchte die CIA, den kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba zu ermorden. Als dieses nicht gelang, unterstützte sie die Opposition, die Lumumba 1961 tötete.

1961 war die CIA offenbar an der Ermordung des Präsidenten der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, beteiligt.

1963 soll die CIA an der Ermordung des südvietnamesischen Präsidenten Ngo Dinh Diem mitgewirkt haben.

1973 soll die CIA eine wichtige Rolle beim Sturz und der Ermordung des chilenischen Präsidenten Salvador Allende gespielt haben.

1976 soll die CIA an einem fehlgeschlagenen Attentat auf den jamaikanischen Ministerpräsidenten Michael Manley beteiligt gewesen sein.

Legendär sind die Versuche der CIA, den kubanischen Staatschef Fidel Castro zu ermorden. Seit 1960 soll es mehrere Attentatsversuche gegeben haben, unter anderem auch unter Einbeziehung der Mafia. Nachdem Attentatspläne auf Castro im Jahre 1973 bekannt geworden waren, untersagte der damalige CIA-Chef William Colby derartige Aktionen. 1978 weitete der damalige Präsident Jimmy Carter das Verbot aus. Offiziell gilt es bis heute.

Dennoch plante die CIA nach Zeitungsberichten nach den Anschlag auf die US-Soldaten in Libanon, beim dem 241 Soldaten ums Leben kamen, 1985 die Ermordung des Hisbollahführers Scheich Fadlallah. Eine Autobombe explodierte wenige Meter neben Fadlallahs Haus in Beirut. 80 Menschen kamen uns Leben. Fadlallah wurde nicht verletzt. Auch sollen Attentate auf den libyschen Staatschef Muammar el Gaddafi und den irakischen Präsidenten Saddam Hussein geplant gewesen sein.

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