Geheimdienste vermuten im Irak immer noch Biowaffen
Deutscher wegen angeblicher Waffengeschäfte mit Irak in Haft

Deutsche Geschäftsleute haben offenbar erneut versucht, dem Irak gegen geltendes internationales Recht Waffen zu beschaffen.

dpa MANNHEIM/KöLN. Der Mannheimer Oberstaatsanwalt Hubert Jobski bestätigte am Samstag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach ein Maschinenbauingenieur aus Nordbaden deshalb in Haft sitzt.

Der Mann sei kein ausgesprochener Waffenspezialist, habe aber eine gewisse Sachkunde gehabt und sei bei verschiedenen deutschen Unternehmen als Vermittler für den Einkauf von Teilen zur Waffenherstellung tätig gewesen, sagte Jobski. Nach Angaben des Oberstaatsanwalts habe die Absicht bestanden, eine Kanone zu bauen, mit der man auch ABC-Waffen abfeuern kann.

Ein Sprecher des Zoll-Kriminalamtes in Köln bestätigte, dass bereits im Juni rund 100 Beamte der Zollfahndung in Köln und in Karlsruhe sowie der Polizei bundesweit 20 Firmen und Privaträume wegen der Angelegenheit durchsucht haben. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und gegen das internationale Irak-Embargo.

Laut "Spiegel" soll das Militär des irakischen Diktators Saddam Hussein versucht haben, bei deutschen Firmen Hightech-Maschinen für den Bau von großkalibrigen Geschützen zu beschaffen. Erste Teile, darunter eine spezielle Tiefbohrmaschine, mit der Geschützrohre aus Metallblöcken herausgeschnitten werden können, seien womöglich bereits über Jordanien in den Irak geliefert worden. Der Irak verfügt nach Überzeugung westlicher Geheimdienste noch immer über Bestände an chemischen und biologischen Kampfstoffen.

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