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Geheimfavorit Hewitt kann groß abkassieren

Während viele Tennis-Experten bei den US Open wieder ein Duell zwischen Wimbledon-Sieger Roger Federer und Titelverteidiger Andy Roddick erwarten, hat sich Lleyton Hewitt in die Rolle des Geheimfavoriten in Long Island gespielt.

dpa NEW YORK. Während viele Tennis-Experten bei den US Open wieder ein Duell zwischen Wimbledon-Sieger Roger Federer und Titelverteidiger Andy Roddick erwarten, hat sich Lleyton Hewitt in die Rolle des Geheimfavoriten in Long Island gespielt.

Drei Jahre nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph an gleicher Stelle hat der Australier mit drei Finalteilnahmen nacheinander an alte Leistungen angeknüpft. Zum Auftakt wartet in Routinier Wayne Ferreira aus Südafrika, der seine Karriere beendet, allerdings gleich ein unangenehmer Gegner.

Seiner Hoffnung auf den dritten Grand-Slam-Titel, den letzten gab es 2002 in Wimbledon, opferte Hewitt sogar seine Olympia-Teilnahme. "Ich wollte lieber in den Staaten bleiben und mich hier vorbereiten. Gleiche Bälle, die selbe Atmosphäre - ich will so gut wie möglich für den letzten Grand Slam des Jahres präpariert sein", erklärte der 23-Jährige nach seinem 6:3, 6:1-Finalsieg über den Peruaner Luis Horna in Long Island. Genauso entschied sich nur Altmeister Andre Agassi, der Hewitt im Endspiel von Cincinnati die einzige Niederlage in dessen letzten 16 Matches beibrachte.

Ganz abgesehen vom sportlichen Ruhm lohnte sich der Abstecher in den vornehmen und streng bewachten Hamlet Club auch finanziell für den australischen Tennis-Arbeiter. Immerhin 52 000 $ Preisgeld erhielt er für den dortigen Turniersieg. Diese Summe wirkt allerdings wie Peanuts im Vergleich zu den 1,5 Mill. $, die der Süd- Australier aus Adelaide bei einem Sieg im New Yorker Bezirk Queens verdienen kann.

Mit seinem Erfolg eine Woche nach dem Turniersieg in Washington gewann Hewitt ganz nebenbei noch die in diesem Jahr erstmals ausgespielte, höchst umstrittene US Open-Serie. Der US-Tennis-Verband (Usta) hatte die amerikanischen Hartplatz-Turniere vor dem Grand Slam zu dieser Serie einfach zusammen gefasst, der erfolgreichste Spieler erhält auf sein Preisgeld bei den US Open als Belohnung einen Zuschlag von 50 %. Bei den Damen gewann die Amerikanerin Lindsay Davenport die Wertung.

Die Einzelsieger in Flushing Meadows gewinnen jeweils eine Million Dollar, Hewitt und Davenport könnten also noch 500 000 $ dazu verdienen. Die Zweitplatzierten der Serie - Roddick und die Französin Amélie Mauresmo - bekommen noch 25 % Aufschlag, die Drittplatzierten Agassi und Jelena Lichowtsewa aus Russland jeweils zehn Prozent. Maximal 1,3 Mill. $ muss die Usta für den Bonus maximal ausgeben, bei einem US-Open-Gewinn von 90 Mill. $ eher Kleingeld.

Das Ganze ist ein weiterer Marketing-Gag amerikanischer Prägung, der zum Verdruss der europäischen Veranstalter die Topspieler frühzeitig nach Übersee locken soll. Im kommenden Jahr soll der Bonus sogar verdoppelt werden. Das Interesse gilt in der Hauptsache aber nicht den Spielern, sondern den TV-Einschaltquoten. Vor drei Jahren wurde des Fernsehens wegen das Damen-Finale der US Open auf den Samstagabend gelegt, bei den Australian Open passiert Gleiches im Januar 2005 erstmals mit dem Herren-Finale am Sonntag. Sollte Hewitt dort endlich einmal dabei sein, würde Australien wohl geschlossen via TV zur besten Sendezeit dabei sein.

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