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Gehirn ist nach Schlaganfall besonders lernfähig

Jena (dpa) - Ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall ist das Gehirn besonders lernfähig. Bestimmte Botenstoffe versetzten es in ein jugendlicheres und damit lernfähigeres Stadium, sagte der Jenaer Neurologe Prof. Otto Witte am Freitag.

Jena (dpa) - Ein halbes Jahr nach einem Schlaganfall ist das Gehirn besonders lernfähig. Bestimmte Botenstoffe versetzten es in ein jugendlicheres und damit lernfähigeres Stadium, sagte der Jenaer Neurologe Prof. Otto Witte am Freitag.

Diese Fähigkeit zum Aufbau neuer Verbindungen sollte so früh wie möglich für die Rehabilitation genutzt werden. Künstlich sollte der Zustand aber keinesfalls hervorgerufen werden. «Der regelmäßige Schlag auf den Hinterkopf fördert nicht, sondern schädigt.»

Die im Fachjournal «Neuroscience» (Bd. 127, S. 341) veröffentlichten Erkenntnisse seien sowohl durch Experimente als auch durch verbesserte Verfahren zur optischen Darstellung von Abläufen im Gehirn gewonnen worden. Nach dem Schlaganfall sei das gesamte Gehirn stärker erregbar, was aber auch zu Anfällen führen könne. Es stelle gleichzeitig jedoch auch neue Verbindungen her und könne in Einzelfällen auch neue Zellen bilden. Ursache seien Veränderungen an bestimmten Empfangsstellen, so genannten Rezeptoren für den Botenstoff Gaba, der zur Signalübermittlung im Nervensystem dient.

Für eine gewisse Zeit würden auch ungeschädigte Gehirnteile Funktionen der verletzten Regionen übernehmen. Das Gehirn erhalte damit vorübergehend Fähigkeiten, die es sonst nicht habe. Die Schäden durch den Schlaganfall könnten bei raschem Beginn der Rehabilitation zumindest teilweise ausgeglichen werden.

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