Gehobenes U-Boot-Wrack im Trockendock
Ermittler erstmals an Bord der "Kursk"

Eine Ermittlergruppe unter Leitung des russischen Generalstaatsanwalts Wladimir Ustinow ist am Dienstag erstmals an Bord des gehobenen Unglücks-U-Boots "Kursk" gegangen. Am Sonntag hatte das Bergungsfahrzeug "Giant-4" das Wrack des Atom-U-Boots in ein Trockendock im Kriegshafen Rosljakowo bei Murmansk verbracht und dort festgemacht.

ap MOSKAU. Nachdem die Mannschaft Kränze für die 118 beim Untergang der "Kursk" ums Leben gekommenen Seeleute ins Wasser geworfen hatte, trat die "Giant-4" am Dienstag die Heimreise an. Nachdem das Wrack vollständig aus dem Wasser gehoben worden war, legte die Ermittlergruppe eine Gedenkminute ein und ging dann an Bord. Erster an Deck war Leutnant zur See, Gleb Liaschin, Sohn des "Kursk"-Kommandanten Gennadi Liaschin.

Von der ersten Untersuchung des Atom-U-Boots erhoffen sich die Experten weitere Hinweise auf die Ursache der Explosionen, in deren Folge die "Kursk" im August vergangenen Jahres auf den Grund der Barentssee gesunken war. Strahlenexperten sollten zunächst Luftproben aus dem Innern des Schiffes auf Radioaktivität untersuchen, berichtete der Fernsehsender NTW. Damit solle sicher gestellt werden, dass die Ermittler ohne Risiko an Bord gehen können.

Die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete am Dienstag, Ermittler müssten beim Betreten des Bootsinnern Gasmasken tragen, da sich mittlerweile in den Schiffsräumen giftige Gase gebildet hätten. Vizeministerpräsident Ilja Klebanow, der für die Bergung der "Kursk" zuständig ist, erklärte, es dauere etwa drei Tage, bis das Innere des U-Boots so weit getrocknet sei, dass die Inspektoren die Räume betreten könnten.

Der weitgehend zerstörte Bugteil der "Kursk", in dem sich die Torpedos befinden, wurde bei der Hebung des Bootes auf dem Meeresgrund zurückgelassen. Er soll, wenn möglich, im nächsten Jahr gehoben werden. Vizeadmiral Michail Barsakow erklärte am Montag, der schwerste Teil der Bergungsoperation, die Sicherung und Entschärfung der 22 an Bord befindlichen Cruise Missiles, stehe noch bevor. Über den Zustand der zehn Meter langen Marschflugkörper wisse man nichts Genaues und ihre Entschärfung sei riskant.

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