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Gehörtes TV-Duell

Ich erlebte das etwas andere TV-Duell zwischen Schröder und Merkel: Statt Fernsehen nur Radio - und damit eine ganz andere Wahrnehmung. Es war kein entspannter Abend gestern. Eigentlich wollte ich pünktlich 20.30 daheim vor dem Fernseher sitzen.

Ich erlebte das etwas andere TV-Duell zwischen Schröder und Merkel: Statt Fernsehen nur Radio - und damit eine ganz andere Wahrnehmung.

Es war kein entspannter Abend gestern. Eigentlich wollte ich pünktlich 20.30 daheim vor dem Fernseher sitzen. Doch das Wochenende verbrachte ich in Dessau und Umgebung, das Mittagessen zog sich hin - und dann kamen die Staus (Übrigens, liebe Autobahn-Ausbauer. Sie können ja gerne Geld für Schilder verplempern. Aber auch beim 1000. davon, das sich für mein Verständnis bedankt: ICH HABE KEIN VERSTÄNDNIS DAFÜR! WENN ICH IM STAU STEHE WERDE ICH SICKIG!!!!!!!!!!!!!!).

Und so errechnete der Navigator immer spätere Ankunftszeiten, was bei meinen Schweißausstoss ein wenig steigerte, hatte ich den Kollegen aus dem Politik-Ressort doch versprochen, Grey-Chairman Bernd M. Michael direkt am Ende des Duells nach seiner Meinung zu fragen.

Gut, dass es den Deutschlandfunk gibt. De r übertrug nämlich auch. Bis 21.30 hörte ich ihn, dann hatte ich das Wohnzimmer erreicht und stellte fest: Radio-Duell ist besser als TV-Duell.

Vor allem hält es schlank. Ich glaube nicht, dass ich die grau-blaue, unweigerlich in die Zuschauerlethargie führende Melange aus Nicht-Kulisse und Zeitlos-Kleidung der Kandidaten ertragen hätte, ohne ständig in die Küche zu rennen um mich mit Fettstufen jenseits der 50 Prozent zu füllen. (Lautgeben sieht das ähnlich.)

Dazu zwei Kandidaten, bei denen ich mutmaße, sie hatten in einer konzertierten Aktion beschlossen, jeden Einwurf der vier überforderten Moderatoren komplett zu ignorieren.

Hätte ich also daheim gesessen, wäre ich verfettet und gelangweilt. Aber ich saß ja im Stau zwischen Hannover und Dortmund. Und konnte zuhören, völlig ohne müde machendes Bild. Als Illner & Freunde das erste mal die Redezeit ein warfen, blickten meine Mitfahrer und ich uns erstaunt an: Merkel hatte ein paar Sekunden mehr auf der Uhr. Jeder von uns hatte getippt, Schröder habe viel mehr geredet. Ich hatte sogar den Eindruck, Merkel wirkte hilflos und wurde vom Kanzler akkurat in ein Postpaket gewandet und nach Meck-Pomm gesandt.

Kaum waren die Bilder im Spiel, war alles anders. In diesem Moment wirkten beide absolut auf gleicher Augenhöhe. Vielleicht, weil das Wort an Bedeutung verlor? Oder war Merkel in der zweiten Hälfte einfach besser?

Mein Rat für das nächste TV-Duell: Deutschlandfunk hören - oder das Bild abstellen. Toilettengänge und Küchenplünderungen lassen sich nachholen, wenn bei der Nachbetrachtung im Rahmen von "Christiansen" Brigitte Huber, die stellvertretende Chefredakteurin der "Brigitte" (Für Jauch reicht es, aber nicht für "Brigitte"-Chef Lebert nicht?) Belanglosigkeiten von sich geben darf.

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