Archiv
Geiseldramen und Anschläge im Irak am Tag der MachtübergabeDPA-Datum: 2004-06-28 15:03:59

Bagdad/London (dpa) - Anschläge und Todesdrohungen gegen ausländische Geiseln haben die vorgezogene Machtübergabe im Irak überschattet.

Bagdad/London (dpa) - Anschläge und Todesdrohungen gegen ausländische Geiseln haben die vorgezogene Machtübergabe im Irak überschattet.

An einer Straßensperre 50 Kilometer südlich von Kirkuk sprengte sich am Montag ein Selbstmordattentäter in die Luft. Wie die Polizei mitteilte, wurden zwei irakische Zivilisten verletzt.

Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi in der südirakischen Stadt Basra töteten Aufständische am Montag einen britischen Soldaten. Zwei weitere Soldaten wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London verletzt. In der schiitischen Pilgerstadt Nadschaf entdeckte die Polizei zwei Autobomben. Die Fahrzeuge fielen den Beamten an einer Straßensperre auf. Sie nahmen drei Verdächtige fest. Bei einem Handgranaten-Angriff auf ein Büro der Partei Irakischer Nationaler Konsens (INA) von Ministerpräsident Ijad Allawi wurde ein Wächter verletzt.

In der Hand von Geiselnehmern sollen sich nun auch ein US-Soldat und ein pakistanischer Fahrer befinden. Arabische TV-Sender strahlten in der Nacht zum Montag Videos aus, auf denen zwei verschiedene Gruppen Geiseln vorführen. Sowohl dem US-Marine-Infanteristen, als auch dem Pakistaner, der im Auftrag der Besatzungsarmee für eine US- Firma gearbeitet haben soll, drohten die Entführer mit Enthauptung.

Die US-Armee bestätigte am Montag das Verschwinden eines Marine- Infanteristen im Irak. Ob es sich bei dem Entführten um den seit dem 21. Juni Vermissten handelt, sei aber unklar, hieß es. Die Extremisten fordern die Freilassung irakischer Gefangener.

Die pakistanische Regierung bekräftigte ihre bislang verfolgte Politik, Forderungen von Geiselnehmern nicht zu erfüllen. Sie hatten verlangt, dass Pakistan seine Botschaft in Bagdad schließt und Pakistaner den Irak verlassen. Ein Onkel der Geisel bat die Entführer eindringlich darum, den 24-Jährigen frei zu lassen: «Er ist der einzige Ernährer seiner Familie, und sie (die Geiselnehmer) sind auch Muslime», sagte Mohammad Razzaq Khan im pakistanischen Rawalpindi.

Die US-Armee dementierte Berichte arabischer Sender über eine angebliche Festnahme des jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi in der irakischen Stadt Hilla. Seine Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad, die Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida haben soll, hatte im Irak vor kurzem nacheinander einen Amerikaner und einen Südkoreaner entführt und beide enthauptet. Derzeit sollen sich drei Türken in ihrer Gewalt befinden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%