Geiselnahme auf den Philippinen
Abu Sayyaf bekennen sich zur neuerlichen Entführung

Die extremistische Moslemgruppierung Abu Sayyaf hat sich am Montag zur Entführung von 20 Menschen aus einer Hotelanlage im Westen der Philippinen bekannt. Rund 20 Geiseln wurden auf verschiedene Inseln im Süden der Philippinen gebracht.

ap MANILA. Die extremistische Moslemgruppierung Abu Sayyaf hat sich am Montag zur Entführung von 20 Menschen aus einer Hotelanlage im Westen der Philippinen bekannt. Ein Anführer der Untergrundorganisation erklärte in einem Rundfunkinterview, die Entführten - darunter drei Amerikaner - seien in zwei Gruppen aufgeteilt und auf die Inseln Basilan und Sulu gebracht worden. Mitglieder von Abu Sayyaf hatten im vergangenen Jahr auf der malaysischen Ferieninsel Sipadan mehrere Touristen als Geiseln genommen, darunter eine deutsche Familie.

`Wir haben die drei Amerikaner", sagte Anführer Abu Sabaya. "Es liegt an euch, ob ihr verhandeln wollt, wir dringen nicht darauf." Einer der Entführten, der amerikanische Missionar Martin Burnham, erklärte im Sender RMN, alle Festgehaltenen befänden sich in Sicherheit und würden gut behandelt. Er rief zu friedlichen Verhandlungen auf. Es handelte sich um den ersten Kontakt zu Geiselnehmern und Entführten seit dem Überfall zwei Dutzend Bewaffneter auf die Hotelanlage Dos Palmas Island Resort in der Provinz Palawan am Sonntag.

Die mit Skimützen vermummten Männer hatten in einer 20 Minuten dauernden Aktion ein amerikanisches Missionarsehepaar, einen weiteren Amerikaner, 13 chinesischstämmige Philippiner und mehrere Mitarbeiter der Anlage als Geiseln genommen. Die philippinische Armee leitete eine groß angelegte Suche mit Flugzeugen und Schiffen ein. Am Abend wurde das verlassene Fluchtboot entdeckt. Die Armee erklärte, Entführer und Geiseln seien offenbar auf drei Boote umgestiegen und im Schutz der Dunkelheit entkommen.

Der Gouverneur der Provinz Palawan, Joel Reyes, setzte eine Belohnung von einer Million Pesos (45 000 DM/23 000 ?) zur Ergreifung der Täter aus. Ein Sprecher von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo lehnte am Sonntag Verhandlungen oder Lösegeldzahlungen ab. Präsidentin Arroyo hatte im April die gezielte Bekämpfung der Abu Sayyaf angeordnet, nach Armeeangaben reorganisierte sich die Gruppe aber in den vergangenen Wochen. Wie es hieß, nutzte sie offenbar aus, dass zahlreiche Polizisten zur Überwachung der Parlamentswahl 14. Mai abgeordert worden waren.

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