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Geiselnahme in Athen unblutig beendet

Stunden vor Ablauf eines Ultimatums der Kidnapper ist am Donnerstag in Athen das Geiseldrama in einem Linienbus ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Gegen 0.45 Uhr Ortszeit (23.45 Uhr MEZ) kamen die letzten sechs der ursprünglich 23 Geiseln frei, wie Medien berichteten.

dpa ATHEN. Stunden vor Ablauf eines Ultimatums der Kidnapper ist am Donnerstag in Athen das Geiseldrama in einem Linienbus ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Gegen 0.45 Uhr Ortszeit (23.45 Uhr MEZ) kamen die letzten sechs der ursprünglich 23 Geiseln frei, wie Medien berichteten.

Die beiden albanischen Kidnapper warfen ihre Waffen aus dem Bus und ergaben sich den schwerbewaffneten Polizisten, die in das Fahrzeug eindrangen. Die Geiselnehmer hatten noch am Mittwochabend gedroht, den Bus am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr (MEZ) in die Luft zu sprengen, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden.

Die Männer waren mit mindestens einem Gewehr bewaffnet. Sprengstoff oder Handgranaten hätten die Täter, die nach offiziellen Angaben seit sechs Jahren in Griechenland leben und vorbestraft sind, entgegen ersten Informationen jedoch nicht gehabt. Das Motiv der Tat sei das Lösegeld in Höhe von einer Million Euro gewesen.

Die Gangster, die von ihren Opfern als ängstlich beschrieben wurden, hätten den Sicherheitskräften eine andere Nationalität vorgegaukelt. Sie wollten aber nach Albanien zurück, wie der griechische Polizeichef Giorgos Angelakos mitteilte. Die Männer hätten aufgegeben, nachdem Verwandte sie am Telefon dazu überredet hätten. Ein Grund für den glücklichen Ausgang seien auch die umfassenden Schulungen der Sicherheitskräfte im Vorfeld der Olympischen Spiele gewesen. Aus Angst vor Terroranschlägen hatte Griechenland damals die größte Sicherheitsoperation der Sportgeschichte in Gang gesetzt.

Die beiden Bewaffneten hatten am Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr Ortszeit den Linienbus in einem Vorort der griechischen Hauptstadt gekapert. Der Bus wurde später auf einer nach Athen führenden Straße von der Polizei aufgehalten und umstellt. Dem Fahrer des Busses, dem Kontrolleur und einem Passagier war am Morgen die Flucht gelungen.

Hunderte Polizisten, Scharfschützen und Spezialeinheiten umstellten den Bus und riegelten die Gegend weiträumig ab. Hubschrauber kreisten über dem Tatort. Fernsehbilder zeigten, wie einer der Entführer zwei Warnschüsse aus dem Bus abfeuerte.

Vor vier Jahren war eine Busentführung in Griechenland ebenfalls unblutig zu Ende gegangen. Ein als psychisch gestört beschriebener Mann hatte damals einen Touristenbus mit 35 Insassen in seine Gewalt gebracht. Nach einer mehrstündigen Irrfahrt hatte sich der Entführer, der zuvor seine Schwiegermutter und einen 43-jährigen Mann erschossen hatte, ergeben.

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