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Geiselnehmer in Südrussland lassen vier Menschen frei

Zwei maskierte Männer haben am Dienstag in Südrussland einen Bus in ihre Gewalt gebracht und 41 Menschen als Geiseln genommen.

rtr MOSKAU. Ein Polizeisprecher in Stawropol sagte, die unbekannten Geiselnehmer hätten den Bus heute morgen überfallen und freies Geleit zum Flughafen in Mineralnje Wodi verlangt. Zwei Frauen und zwei Kinder wurden nach Polizeiangaben wieder freigelassen. Die Nachrichtenagentur RIA meldete, die Geiselnehmer seien mit einem automatischen Gewehr und einer Pistole bewaffnet. Die Region um Stawropol liegt an der Grenze zum Nordkaukasus. Dort kämpfen russische Sicherheitskräfte gegen tschetschenische Rebellen.

Interfax meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Geiselnehmer hätten direkte Gespräche mit der Regierung verlangt. Itar-Tass zufolge verlangten die Entführer auch die Freilassung mehrerer tschetschenischer Rebellen. Die Polizei bestätigte dies nicht.

Ein örtlicher Polizeisprecher sagte, die Polizei habe den Bus bei der Ortschaft Kursawka auf halbem Wege nach Mineralnje Wodi gestoppt. Die Straße sei mit Lastwagen blockiert worden, um den entführten Bus an der Weiterfahrt zu hindern. Anschließend habe der Bus seine Fahrt in Richtung Mineralnje Wodi fortsetzen dürfen. Agenturberichten zufolge war die Anti-Terror-Einheit Alfa im Einsatz, Experten verhandelten mit den Entführern.

Zuvor hatten einige russische Nachrichtenagenturen gemeldet, der Pendlerbus sei von Newinnomissk nach Stawropol unterwegs gewesen, andere hatten von der entgegengesetzten Richtung berichtet. Bereits vor dem Stopp des Busses hätten die Geiselnehmer eine Frau freigelassen, sagte der Polizeisprecher. RIA meldete, die Frau sei von einem Entführer am Bein verletzt worden. Der Polizei zufolge wurde jedoch niemand verletzt. Kurz nach dem Stopp hätten die Geiselnehmer eine weitere Frau und zwei Kinder freigelassen, sagte der Polizeisprecher.

Stawropol liegt rund 1500 Kilometer südlich von Moskau. Die russische Regierung macht tschetschenische Rebellen für eine ganze Reihe von Entführungen Anfang der 90er Jahre im Süden des Landes verantwortlich. Seit 21 Monaten führen russische Sicherheitskräfte einen Feldzug gegen die Rebellen und vertrieben sie in die Berge im Süden der Kaukasus-Republik. Von dort aus kämpfen die Rebellen in einem Guerilla-Krieg für die Unabhängigkeit Tschetscheniens von Russland.

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