Gekündigten Händlern sollen andere GM-Marken angeboten werden
Opel kündigt allen Vertragshändlern

Der Rüsselsheimer Autohersteller Opel hat Ende März allen seinen Vertragshändlern gekündigt. Dabei handele es sich um eine Netzstrukturkündigung, bei der die überwiegende Zahl der Händler neue Verträge erhalten solle, sagte Opel-Sprecher Rüdiger Assion am Sonntag auf Anfrage.

Reuters FRANKFURT. Die Kündigung werde jedoch erst mit einer Frist von 18 Monaten wirksam, sagte Assion, der damit einen Vorabbericht der am Dienstag erscheinenden Branchenzeitschrift "Automobilwoche" bestätigte. Diese zweite umfassende Kündigung nach einer ersten Welle im Herbst 2000 steht nach Angaben Assions im Zusammenhang mit der bereits angekündigten Ausdünnung des Opel-Händlernetzes. Weiterer Grund sei die von der Europäischen Kommission geplante generelle Neuordnung des Autohandels in Europa. Danach soll der Autovertrieb liberalisiert und es Händlern ermöglicht werden, künftig mehrere Automarken anzubieten. Zugleich könnten dann auch Einzelhändler und Supermärkte Neuwagen verkaufen.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlich angespannten Lage bei der deutschen Tochter von General Motors (GM) hatte Opel-Chef Carl-Peter Forster unlängst schon angekündigt, das Händlernetz zu straffen. Die Händler-Zahl soll von derzeit 890 auf rund 470 gekürzt werden. Zugleich ist damit eine Reduzierung der Opel-Standorte von 2 300 auf etwa 1 700 verbunden.

Dauerhaft gekündigten Händlern soll dem Bericht der Zeitschrift zufolge nun der Verkauf anderer GM-Marken, wie vor allem Subaru, angeboten werden. Die übrigen Verkaufsstätten müssten dagegen in ihren neuen Opel-Verträgen mit geringeren Garantiemargen rechnen.

Opel hatte 2001 mit 674 Mill. ? den höchsten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte eingefahren. Seit Jahren kämpfen die Rüsselsheimer mit einem sinkenden Marktanteil, der vor dem Hintergrund der aktuellen Flaute im deutschen Pkw-Geschäft jüngst sogar weiter geschrumpft ist. Nach noch 18 % vor wenigen Jahren hatte Opel 2001 in Deutschland nur noch einen Marktanteil von 11,9 % erzielt. Zu Jahresbeginn 2002 in den Monaten Januar und Februar ging dieser nach Angaben von Opel sogar auf 9,4 % zurück. Eine Modelloffensive der neuen Opel-Führung soll in den kommenden Jahren jedoch die Wende bringen.

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