Gelbe Karte für Raab
Schmidt pausiert weiter - Raab wieder "on air"

TV-Entertainer Harald Schmidt macht weiter Pause: Angesichts der aktuellen politischen Lage werde die "Harald Schmidt Show" auf SAT.1 auch in dieser Woche nicht ausgestrahlt. Stefan Raab ging am Montagabend wieder mit "TV-Total" auf Sendung.

dpa HAMBURG. Nicht alle Kollegen wollen sich Schmidts TV-Abstinenz anschließen. Nicht zuletzt der finanzielle Druck bringt die meisten Komiker wieder auf den Bildschirm zurück. Die Sender müssen rückläufige Werbeeinnahmen befürchten, wenn sie ihre Zugpferde nicht ins Rennen schicken können.

Stefan Raab trotzte am Montagabend der schlechten Stimmung. In einem kurzen Vorspann rechtfertigte der "TV Total"-Komiker seine Rückkehr auf ProSieben: Auch US-Präsident George Bush habe gefordert, "wieder Normalität einkehren zu lassen". Raab warnte seine Anhänger, zu viel aus der Kalauermaschine zu erwarten. Mit der "gewohnten Härte" werde er diese Woche nicht auftreten. So nahm er das RTL- "Familienduell" und Sabine Christiansen aufs Korn. Die TV- Spaßgesellschaft zeigte ihm die gelbe Karte: 1,79 Mill. Zuschauer waren weniger als sonst.

Comedyshows warten auf grünes Licht

Auch andere Komiker, die in der vergangenen Woche aussetzen mussten, scharren schon mit den Füßen. RTL plant, seine Comedyshows, die "Freitag Nacht News" und "7 Tage, sieben Köpfe" auszustrahlen. Ob "Die Wochenshow", die in starkem Maße von Nachrichten abhängig ist, am Samstag wieder auf SAT.1 startet, ist gegenwärtig noch offen. Der Druck nimmt deswegen auch zu, weil die Produktionsfirmen mit den Sendern in ihren Verträgen eine bestimmte Zahl von Ausgaben pro Jahr festgelegt haben - und da rinnt die Zeit allmählich davon. Sonst müssten die Komiker vom Dienst vielleicht zu Weihnachten Sonderschichten einlegen.

Gute Unterhaltung sollte aber auch in tristen Zeiten nicht fehlen, meint ein Wissenschaftler: "Wer souverän genug mit der Situation umgeht, sollte auch in der Lage sein, der Realität gerecht zu werden", sagt der Medienexperte Uwe Hasebrink vom Hamburger Hans- Bredow-Institut. "Das gilt nicht nur für Politiker oder Nachrichtenkommentatoren, sondern auch für Komiker." Bestimmte Persönlichkeiten aus ihrer Zunft könnten auch bei der gegenwärtigen Stimmung die Menschen zum Lachen bringen. "Einem Harald Schmidt würde ich das zutrauen", sagt Hasebrink. Nur gerade der verzichtet auf seinen Auftritt.

Man kann das Lachen nicht verbieten

In der "Bild"-Zeitung sagte Enteratiner Bastian Pastewka, der zur Zeit keine Sendung hat, ihm täten die Kollegen Leid, die jetzt schon wieder mit Comedy auf den Bildschirm müssten. Ein Sprecher des Privatsenders ProSieben meinte, die "abgeschwächte "TV Total"- Fassung" sei "so in Ordnung" gewesen. Für die nächsten Tage halte man sich aber "ein Hintertürchen offen", wenn - angesichts einer neuen Lage - Comedy wieder zurückgeschraubt werden müsse. Von RTL heißt es, man werde "professionell und sensibel" mit den Themen umgehen. "Aber man kann den Leuten das Lachen doch nicht verbieten."

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