Geldanlage
Emissionsflaute trifft vor allem Internetfirmen

Typische Internetfirmen stehen derzeit unter Druck. Die Analysten sehen darin aber keinen allgemeinen Trend.

Reuters FRANKFURT. Die Kette der abgesagten Neuemissionen reißt nicht ab. Nach GMX, Aeco, HighwayOne,Blaxxun und Ibex hat am 25.5. mit LetsBuyIt.com ein weiterer Börsenkandidat seine Pläne für eine Notierungsaufnahme auf Eis gelegt. Hintergrund der Absagen sind die jüngsten Verstimmungen der Wachstumsmärkte und das Ende der Euphorie vieler Anleger für Internetwerte. Händler und Analysten erinnern an den Emissionsstau im vergangenen Herbst, bei dem schon einmal eine Vielzahl von Börsenkandidaten im letzten Moment kalte Füße bekamen. Diesmal seien jedoch nicht alle Unternehmen gleichermaßen von der Anlegerskepsis betroffen, sondern in erster Linie die Internetbranche.

GMX macht Rückzieher

Unter den sechs Emissionskandidaten, die in dieser Woche einen Rückzieher gemacht haben, waren vier Unternehmen, die ihr Geld mit Dienstleistungen mit dem Internet verdienen wollen: GMX bietet einen kostenlosen E-Mail-Dienst an, Blaxxun stellt sich selbst als Anbieter virtueller Welten dar und Ibex sieht sich als Dienstleister für den elektronischen Handel im Web. HighwaOne und Aeco sind dagegen als Anbieter von Hochgeschwindigkeitszugängen zum Internet beziehungsweise von Prüf- und Fertigungsverfahren den Technologie-Unternehmen zu zurechnen.

Tobias Kremer von der BHF-Bank sieht in der Emissionsflaute keinen allgemeinen Trend. Zwar sei die Marktlage momentan schwierig, von Trend könne jedoch nur bei E-Commerce-Unternehmen die Rede sein. "Typische Internet-Unternehmen sind unter Druck und werden momentan gemieden", sagte Kremer. Ihr Erfolg oder Mißerfolg hänge jedoch weniger vom Börsenumfeld, als von ihrem Geschäftskonzept ab. Die in erster Linie werbefinanzierten Umsätze typischer E-Commerce- Firmen seien im Moment "Gift". Ob ein Börsengang in diesen Tagen durchgezogen werden könne oder nicht, ist für Stefan Krewinkel von der Deutschen Bank eine Frage der Qualität. Die Zeiten, in denen Internet-Firmen nahezu unbesehen an die Börse gebracht werden konnten, seien vorbei. Emissionen mit guter Qualität wie die der Commerzbank-Tochter Comdirect oder der im Berich der digitalen Kartographie tätigen Tele Atlas würden dagegen durchgeführt. In diese Stoßrichtung argumentieren auch Kremer und Katharina von Trotha von M.M. Warburg. Unternehmen mit guter Substanz und einer "guten Story" hätten weiterhin Chancen, glaubt der BHF-Analyst. "Man wird in Zukunft noch genauer zwischen Spreu und Weizen unterscheiden müssen", sagte von Trotha.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%