Geldaufnahme der Unternehmen wird durch Staatsentlastung kompensiert
Dresdner Bank erwartet keinen Zinsanstieg durch UMTS-Auktion

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Poker um die UMTS-Mobilfunk-Lizenz wird nach Meinung der Dresdner Bank das Zinsniveau am deutschen Kapitalmarkt nicht in die Höhe treiben. "Im Gegenteil, mittelfristig ist sogar mit einer Entlastung am Kapitalmarkt zu rechnen", sagte ihr Chef-Volkswirt, Klaus Friedrich, am Dienstag. Inzwischen wird eine Summe von um 100 Mrd. DM bereits als realistisch angesehen.

Nach dem die Gebote um die heiß begehrten Lizenzen die Schwelle von 80 Mrd. DM überschritten hatten, fürchten Finanzkreise, die notwendige Kapitalbeschaffung der Bieter wirke sich zinstreibend aus. In den nächsten Monaten seien allein Firmenanleihen von mehr als 70 Mrd. DM zu erwarten.

Friedrich sieht davon allerdings keinen negativen Zinseffekt ausgehen, weil Bundesfinanzminister Hans Eichel den unerwarteten Geldsegen für die Tilgung von Staatsschulden verwenden will. "Was die Privaten am Kapitalmarkt brauchen, gibt Eichel auf der anderen Seite wieder rein", prognostiziert Friedrich den ausbleibenden Netto- Effekt.

Volatilität in der Anfangsphase

Während der ersten zehn Tage zwischen Zuteilung und Fälligkeit könne es durchaus zu Kursschwankungen bei fest verzinslichen Titeln geben. Mittelfristig sei aber eher mit einer Entlastung am Kapitalmarkt zu rechnen. Die erfolgreichen Bieter seien nicht nur auf die Refinanzierung über Anleihen oder gar auf den deutschen Kapitalmarkt allein angewiesen. Sie könnten auch Aktien ausgeben, kurzfristige Bankkredite in Anspruch nehmen oder auf teilweise sehr hohen Reserven zurückgreifen. Schließlich stehe ihnen auch der Weg zu anderen internationalen Finanzmärkten offen.

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