Geldhaus erhält 2,9 Mrd. Dollar
Deutsche Bank verkauft US-Leasing-Geschäft

Die Deutsche Bank verkauft ihr US-Geschäft für Lager- und Absatzfinanzierung an Vendor Financial Services, eine Tochter von GE Commercial Finance.

Reuters FRANKFURT. Inklusive der Ablösung von Verbindlichkeiten erhalte die Deutsche Bank für diese Aktivitäten der Deutsche Financial Services (DFS) rund 2,9 Mrd. Dollar, teilte das Geldhaus am Montag mit.

Die Deutsche Bank hatte DFS 1995 für 2,6 Mrd. Dollar von der amerikanischen ITT Corp übernommen. Die Transaktion soll vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. "Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in unserer Strategie, uns auf Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren", erklärte Vorstandssprecher Josef Ackermann.

Fertighaus-Portfolio wurde nicht verkauft

Die DFS-Einheiten mit 1 200 Mitarbeitern betreuen Märkte in den USA, Kanada und Europa und bieten Lager- und Absatzfinanzierung für Industriegüter, Technologieprodukte und Freizeitfahrzeuge an. Ohne verbriefte Forderungen in Höhe von 2,7 Mrd. Dollar erhalte GE Commercial Finance mit DFS ein Netto-Forderungsvolumen von ebenfalls 2,7 Mrd. Dollar. Nicht verkauft wurden das Fertighaus-Portfolio sowie das Konsumentenkreditgeschäft von DFS.

Den Verkauf von DFS nahmen Analysten gelassen auf. "Das stand seit Wochen im Raum, deshalb ist das auch keine Überraschung", sagte Alexander Plenk von der Bankgesellschaft Berlin. Da die Deutsche Bank zum Halbjahr bereits 302 Mill. Euro auf DFS abgeschrieben hatte, dürfte der Verkauf jetzt keine Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben. Plenk stuft die Aktien der Deutschen Bank weiter auf "Akkumulieren".

Vertragsabschluss diese Woche möglich

Vorstandschef Ackermann forciert den Verkauf von Geschäftsfeldern, die nicht zum Kernbereich gehören. Neben DFS will das Institut auch das Wertpapierverwahrungsgeschäft (Custody) und die passive Vermögensverwaltung abstoßen. Noch in dieser Woche scheint ein Vertragsabschluss für das Custody-Geschäft möglich. Aussichtsreicher Kandidat ist hier nach Angaben aus Bankenkreisen der US-Finanzdienstleister State Street Corp.

Die Aktien der Deutschen Bank notierten am Nachmittag leicht höher bei 59,70 Euro, während der Dax 0,3 % nachgab.

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