Geldkarte, Homebanking, digitale Signatur
Alles auf eine Karte

Die Hypovereinsbank vereint erstmals Geldkarten-Chip mit Homebanking-Zugang und digitaler Signatur. Die EC-Karte wird sozusagen zum digitalen Ausweis.

HANNOVER. Ein Chip ist ein Chip. Sollte man meinen. Doch im Bereich der Smartcard, jenem Mini-Prozessor auf EC- und Telefonkarten, herrschte strenge Aufgabenteilung. Für das Bezahlen mittels Geldkarte und das Besiegeln von Verträgen mittels digitaler Signatur waren bisher getrennte Karten notwendig. Ein neues Betriebssystem für Smartcards namens Seccos 5.0 vereint diese und noch viel mehr Funktionen auf einer einzigen Karte. Im Gegensatz zum Vorgänger kann Seccos 5.0 Zertifikate überprüfen, Signaturen erstellen und asymmetrisch verschlüsseln. Damit können mit einer entsprechend ausgerüsteten Karte rechtlich verbindlich Verträge unterzeichnet werden - gemäß dem deutschen Signaturgesetz. Ein erstes Produkt für diese Anwendung hat die Hypovereinsbank auf der CeBIT vorgestellt (Halle 17, E44). Mitte des Jahres sollen in einem Pilotprojekt 10.000 Kunden mit EC-Karten versehen werden, deren Geldchip mehr kann als nur Geld verwalten. Die Karte verschafft zusammen mit einer sechsstelligen PIN-Nummer Zugang zum Homebank via HBCI (Homebanking Computer Interface). Bisher mussten Homebanker dazu entweder mit einer gedruckten Liste von Transaktionsnummern hantieren, die jeweils nur einmal gültig waren, oder eine Software fest auf seinem Rechner installieren. Mit der neuen Karte ist Homebanking von jedem PC mit Internetschluss möglich - Voraussetzung ist aber wieder ein Smartcard-Lesegerät. Im Gegensatz zur Bezahlung mit Geldkarte tut's in diesem Fall aber auch ein preiswerterer Klasse-2-Leser. Ein besonderer Clou: Bei Erstellung der Karte wird sie automatisch für die digitale Signatur vorbereitet. Das bedeutet, dass sich der Kunde unabhängig von seinem Bankgeschäft mit der EC-Karte digital ausweisen kann. Er spart sich Kosten und Mühe, um die Signatur selber in einem Trust-Center zu beantragen. Anfang nächsten Jahres will die Hypovereinsbank dann jede neue EC-Karte mit der neuen Funktion ausliefern. Über Kosten wollte das Institut noch keine Angaben machen. Wahrscheinlich werde es aber ein Bündel mit einem Lesegerät für unter 50 Euro werden, ließ Matthias Glaß, Projektmanager E-Business-Services bei der Hypo, auf der Cebit durchblicken. "Höchstwahrscheinlich" enthalte das Paket auch einen Geldkarten-tauglichen Klasse-3-Leser, so Glaß.

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