Geldmarktfonds sehr beliebt
Anleger laufen sichere Häfen an

Kaum sieht die amerikanische Notenbank die US-Wirtschaft wieder im Gleichgewicht, schon rechnen Experten mit Zinserhöhungen. Profitieren könnte der Geldmarkt: Steigen die kurzfristigen Zinsen, geht die Rendite in die Höhe. Wertpapiere verlieren indes relativ an Wert.

HB/DÜSSELDORF. Schon im vergangenen Jahr waren Geldmarkfonds sehr beliebt. Mit Zuflüssen in Höhe von 17,7 Mrd. Euro avancierten sie zur Nummer eins unter den Publikumsfonds. Der Anleger kann hier sein Geld sicher parken - bei hoher Verzinsung. Klassische Fonds dieser Art investieren ausschließlich in Papiere mit einer Laufzeit von zwölf Monaten oder kürzer.

"Geldmarktfonds sind unter anderem sinnvoll, wenn der Kunde Erlöse aus Aktienverkäufen nicht sofort reinvestieren will", sagt Markus Block von der Deutschen Bank 24. Fondgesellschaften betonen besonders die hohe Liquidität, die ihre Kunden haben. "Sie sind sehr flexibel. Der Anleger kann jederzeit aussteigen", sagt Michael Wolf-Arndt von Universal-Investment.

Die meisten Geldmarktfonds haben keinen Ausgabeaufschlag. Zudem bieten sie gute Renditen. Im vergangenen Jahr ließ sich über ein Jahr im Schnitt 4,08 % Wertgewinn erzielen. "Für eine kurzfristige Anlage sind die Renditen sehr attraktiv", sagt Reiner Back, Leiter im Fondsmanagement bei MEAG. So habe der hauseigene Geldmarktfonds "Pro Zins" in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 3,3 % abgeworfen.

Zudem profitieren die Anleger vom professionellen Fondsmanagement: "Durch die hohen Volumina erzielen wir höhere Renditen als Kleinanleger, die direkt am Geldmarkt investieren", sagt Universal-Mann Wolf-Arndt. Am erfolgreichsten in diesem Segment war 2001 ein Fonds von Universal, der "H&A-Universal-Geldmarktfonds" mit einem Wertgewinn von 6,75 %. Anlageschwerpunkt seien zu 60 % Floating Rate Notes, vor allem aus dem Bankensegment, erklärt Wolf- Arndt. Rund 30 % steckten in Euro-Floatern von internationalen Unternehmen, der Rest seien Tagesgelder.

Auch die Banken sehen Geldmarktfonds als "sehr solide Anlage", wie es Anja Flören aus dem Bereich Privatkundengeschäft der Dresdner Bank nennt. "Wegen der kurzen Laufzeiten der Papiere wirken Zinsänderungen nur minimal", sagt sie.

Wer es noch eine Nummer sicherer will, kann sein Geld auf Festgeldkonten deponieren - der zugesagte Zins ist garantiert. "Auch sie hatten im letzten Jahr starke Zuflüsse", sagt DB-Mann Block. Der Zins ist umso höher, je größer der Anlagebetrag und je länger die Laufzeiten sind. Der Durchschnitt liegt derzeit bei rund 3 %, wobei die Bank-Mitarbeiter Spielraum genießen: "Die Konditionen bei Festgeldern können bei uns mit dem Bankberater verhandelt werden", sagt Manuela Englberger von der Hypo-Vereinsbank. Der Nachteil von Festgeld: Das Geld ist für den vereinbarten Zeitraum weg. Allerdings braucht der Anleger kein Wertpapierdepot, das zusätzlich Gebühren verschlingt.

Eine weitere Option sind Tagesgeldkonten. Vor allem Online-Banken bieten sie mit Zinsen von über 4 % an. Der Wert wird jeden Tag den Marktkonditionen angepasst. Die Mindesteinlage ist 5 000 Euro. Mit weniger Einsatz ist der Anleger bei Geldmarktfonds dabei.

Bei diesem Angebot wundert es kaum, dass die klassische Spareinlage out ist. Aktuell gibt es dafür rund 3 % Zinsen. Und dies bei drei Jahren Laufzeit.

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