Geldnoten-Prüfgeräte haben wegen Risiken beim Umtausch Konjunktur
Einzelhandel rüstet sich für die erwartete Falschgeld-Flut

Der Umsatz bei Banknoten-Prüfgeräten wird durch die Euro-Einführung kurzzeitig stark steigen. "Wir erwarten, dass sich die Zahl der Neuanschaffungen verfünffacht", sagt Burkard Strieter, Geschäftsführer des Herstellers BS Banktechnik GmbH in Chemnitz.

3.5.2001 DÜSSELDORF. Vor allem der Einzelhandel werde sich mit Tisch-Prüfgeräten eindecken, die es bereits ab einem Preis von 100 DM gibt: "In den nächsten Monaten werden Kriminelle versuchen, eine Flut von Falschgeld über den Handel loszuwerden", sagt ein Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels. "Viele Händler statten deshalb jetzt ihre Kassen mit neuen Prüfgeräten aus."

Den ersten Schub Falschgeld erwarten Experten, wenn 280 Mrd. DM in Bar zurückgetauscht werden. Nach Bundesbank-Berechnungen sind 30 bis 40 % dieser DM-Scheine und-Münzen im Ausland im Umlauf. Peter Walter, Chef der Bundesbank-Hauptkasse, vermutet, dass erst in einer zweiten Phase vermehrt Euro-Falschgeld auftaucht. Darauf müsse sich der Handel mit eurofähigen Testern vorbereiten.

Grundsätzlich erfüllt der Euro alle Sicherheitsstandards der DM. Dennoch luden die Bundesbanker Anfang April bereits zum zweiten Mal die 40 deutschen Prüfgerätehersteller in ihr Testzentrum nach Neu-Isenburg ein. Dort konnten diese ihre Geräte an den neuen Euro-Banknoten ausprobieren.

Banken sind laut Walter kaum gefährdet, weil ihre Kontrollen sehr scharf seien "Wir prüfen jeden Geldschein auf Echtheit, den man bei uns eintauscht", sagt beispielsweise ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Außerdem: "Wenn jemand mit einem Koffer voller Geld bei einer Filiale vorfährt, fällt das sofort auf."

Also steigt die Nachfrage derzeit vor allem bei kompakten Tischgeräten, die - meist mit einer UV-Lampe - Scheine durchleuchten. Dabei wird ein fluoreszierender Sicherheitsstreifen sichtbar. Solche Geräte sind in kleinen Kreditinstituten und Handelshäusern im Einsatz. Vollautomatische Zählmaschinen für mehrere Millionen Mark dagegen, die bis zu 130 000 Banknoten pro Stunde bearbeiten können, stehen vorwiegend in großen Geschäfts- und Landesbanken.

"Es gibt einige Kreditinstitute und Werttransportdienste, die mit der Anschaffung neuer Maschinen bis zum Euro warten", sagt eine Sprecherin des Herstellers von Großzählgeräten, Giesecke & Devrient in München. "Das könnte einen kleinen Investitionsschub bringen. Wir erwarten daraus aber keine großen Effekte."

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