Geldstrafe für Marcelinho
Hertha-Auftritt in Porto hat Nachspiel

Durch die sportliche Misere stürzt Hertha BSC in heftige Turbulenzen. Mit den Begleitumständen beim UEFA-Pokal-Aus gegen Boavista Porto wird sich am Freitag das Disziplinarkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) befassen. Seinen Spielmacher Marcelinho will der Verein mit einer Geldstrafe belegen, weil der Brasilianer mehrmals bei Karnevals-Feiern gesichtet wurde.

HB/dpa BERLIN. "Es ist eine Grundsatzfrage, ob man nach einer Niederlage die Puppen tanzen lassen kann. Es widert mich an", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß einen Tag nach dem 0:1 beim Hamburger SV. Die Höhe der Strafe soll erst nach weiteren Nachforschungen festgelegt werden. Marcelinho soll sowohl nach der 0:1-Niederlage in Porto als auch der Pleite in Hamburg in brasilianischen Lokalen in Berlin unterwegs gewesen sein. "Wir sehen bei Marcelinho einen Einfluss, der nicht in Ordnung ist", erklärte Hoeneß.

Insgesamt beklagte der Ex-Nationalspieler in ungewohnt harten Worten eine mangelnde Berufsauffassung bei einigen Hertha-Profis. Hoeneß drohte seinem Personal sogar: "Wir werden Spieler dazu zwingen, die es nicht begreifen, hundert Prozent Leistung zu geben oder uns von ihnen trennen." Der personelle Schnitt zum Saisonende könnte "viel größer" ausfallen als bisher vorgesehen.

Wie die UEFA am Montag mitteilte, haben sowohl der luxemburgische Schiedsrichter Alain Hamer als auch ihr Beobachter Arie Wolf die Vorfälle gegen Boavista Porto gemeldet. Für Montag wurde beim Verband das Videoband des Spiels erwartet. Laut UEFA sind am Freitag weder Spieler noch Offizielle geladen.

Nach dem entscheidenden Tor durch Fernando Avalos in der 85. Minute hatte der Berliner Roberto Pinto den Spielball geholt. Boavista-Torhüter Ricardo hatte ihm das Leder aber aus der Hand geschlagen und auf die Tribüne geschossen. Hertha-Keeper Gabor Kiraly war daraufhin zu Ricardo gesprintet und hatte ihm in den Unterleib gegriffen. Berlins Verteidiger Josip Simunic hatte einen Boavista- Betreuer weggeschubst und das Publikum provoziert.

Hoeneß bestätigte am Montag, dass der Club einen Entschuldigungsbrief an Boavista schreiben wird: "Ich habe mir das noch einmal im Fernsehen angeschaut und denke jetzt anders." Direkt nach der Partie hatte Hoeneß die Reaktion der Berliner Spieler missbilligt, allerdings darauf verwiesen, dass Ricardos Aktion der Auslöser gewesen sei. "Das rechtfertigt das Verhalten nicht", stellte Hoeneß klar.

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