Geldversorgung ungefährdet
Bundesbank kappt jede zehnte Stelle

Die Deutsche Bundesbank will trotz ihrer Milliardengewinne innerhalb der nächsten drei Jahre mindestens zehn Prozent des Personals abbauen. Darüber hinaus wird das Zweigstellennetz der Notenbank von 118 bis Ende 2007 auf nur noch 66 Filialen fast halbiert. Dies kündigte Bundesbankpräsident Ernst Welteke am Mittwoch in Frankfurt an.

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Zum Jahresbeginn gab es bei der Bundesbank 14 800 Stellen. Auf Grund von Teilzeitarbeit lag die Gesamtbelegschaft aber bei 16 283 Personen - davon die Hälfte Beamte. Betriebsbedingte Kündigungen sollen trotz des massiven Sparkurses aber nicht ausgesprochen werden. Die beabsichtigte Personalreduzierung soll durch Vorruhestand, Abfindungen und Altersteilzeit erreicht werden.

Allein die Personalkürzungen sollen zu einer Einsparung von 100 Mill. Euro pro Jahr führen. Darüber hinaus werden auch die Sachkosten gedrückt, weil die nicht mehr benötigten Gebäude entweder verkauft oder Mietverträge gekündigt werden. Bereits bis Ende März 2003 ist die Schließung von 19 Filialen vorgesehen.

Die Halbierung des Zweigstellennetzes wird nach Darstellung von Welteke die Versorgung der Wirtschaft mit Bargeld nicht gefährden. In diesem Sektor arbeitet ein knappes Drittel des Personals. Entsprechenden Mahnungen begegnet Welteke mit dem Hinweis auf die USA. Dort werde die Bargeldversorgung nur von 37 Standorten aus betrieben, ohne dass es jemals zu Störungen gekommen sei. Im Gegensatz zu Deutschland liefen dort aber die teuren Maschinen zur Sortierung der Scheine und Münzen sowie zum Ausfiltern möglicher Fälschungen 16 Stunden am Tag - hier zu Lande lediglich sechs Stunden.

Obwohl die Bundesbank im vergangenen Jahr einen Gewinn von elf Mrd. Euro erzielte, komme sein Haus nicht daran vorbei, die Kosten den veränderten Realitäten anzupassen, betonte Welteke. Ziel sei dabei, das Leistungsangebot im Barzahlungsverkehr zu straffen. Im Kern soll im gesamten Eurosystem der Service auf "entgeltfreie Standardleistungen" zurückgeführt werden.

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